5. Das Handhaben von Dateien und Sets

Beim Musikmachen mit Live kommen ganz unterschiedliche Dateitypen zum Einsatz, von MIDI-Dateien ĂŒber Audio-Dateien bis hin zu programmspezifischen Dateien wie Live-Clips und Live-Sets. In diesem Kapitel erfahren Sie alles, was Sie ĂŒber das Arbeiten mit den verschiedenen Dateitypen in Live wissen mĂŒssen.

5.1 Sample-Dateien

Ein Sample ist eine Datei, die Audiodaten enthĂ€lt. Live kann sowohl unkomprimierte (WAV, AIF und Sound Designer II fĂŒr Mac), als auch komprimierte Audio-Dateiformate (MP3, AAC, Ogg Vorbis, Ogg FLAC und FLAC) wiedergeben.

Da Live die Samples direkt von Festplatte abspielt, können Sie mit einer großen Anzahl langer Samples arbeiten, ohne befĂŒrchten zu mĂŒssen, dass der Arbeitsspeicher knapp wird. Beachten Sie aber bitte, dass der Datendurchsatz von der Festplatte zum Flaschenhals werden kann, falls Ihre Festplatte fast voll oder (auf Windows-Systemen) stark fragmentiert ist. Die Rotationsgeschwindigkeit der Festplatte hat ebenfalls Auswirkungen auf ihre LeistungsfĂ€higkeit. Dieses Thema behandelt der Abschnitt ĂŒber Probleme mit der Festplattengeschwindigkeit.

Live kann unkomprimierte Mono- und Stereo-Samples beliebiger LĂ€nge, Samplerate und Bitauflösung ohne vorherige Konvertierung miteinander kombinieren. Um ein komprimiertes Sample abzuspielen, dekodiert Live das Sample und schreibt das Ergebnis in ein temporĂ€res unkomprimiertes Sample. Dies findet ĂŒblicherweise so schnell statt, dass Sie die Datei direkt abspielen können, ohne auf das Beenden des Dekodiervorgangs warten zu mĂŒssen.

Hinweis: Wenn Sie ein langes Sample zu einem Projekt hinzufĂŒgen, wird Live möglicherweise melden, dass die Datei erst nach Beendigung der Analyse abgespielt werden kann. Dies wird im Abschnitt ĂŒber die Analyse nĂ€her erklĂ€rt.

5.1.1 Der Dekodier-Cache

Um die CPU-Ressourcen möglichst sparsam zu nutzen, behĂ€lt Live dekodierte Samples von komprimiertem Audio-Material im Cache. Eine Pflege des Cache ist ĂŒblicherweise nicht nötig, da Live Ă€ltere Dateien automatisch löscht, um fĂŒr neuere Platz zu schaffen. Du kannst jedoch im Abschnitt Dekodier-Cache in den Einstellungen unter File & Folder eine GrĂ¶ĂŸenbeschrĂ€nkung fĂŒr den Cache vornehmen. Er wird dann nie grĂ¶ĂŸer als es die Maximale Cache-GrĂ¶ĂŸe, bzw. die Einstellung fĂŒr den minimalen freien Festplattenspeicherplatz zulĂ€sst. Durch DrĂŒcken des benachbarten "Leeren"-Tasters werden alle Dateien im Cache gelöscht, die nicht zum aktuellen Live Set gehören.

Einstellungen fĂŒr den Dekodier-Cache.

5.1.2 Analysedateien (.asd)

Eine Analysedatei ist eine kleine Datei, die von Live erzeugt wird, wenn ein Sample zum ersten Mal im Programm verwendet wird. Die Analysedatei enthÀlt Daten, die von Live gewonnen werden, um die QualitÀt bei der Audiodehnung/-stauchung zu erhöhen, die Wellenform schneller darstellen zu können und um automatisch das Tempo von langen Samples ermitteln zu können.

Wenn Sie ein langes Sample zu einem Projekt hinzufĂŒgen, wird Live möglicherweise melden, dass die Datei erst nach Beendigung der Analyse abgespielt werden kann. Dies passiert nicht, wenn das Sample bereits analysiert wurde (Live also eine Analyse-Datei fĂŒr dieses Sample findet), oder wenn in den Einstellungen unter Record, Warp & Launch die Option Lange Samples warpen deaktiviert wurde.

Eine Analyse-Datei kann auch Standard-Einstellungen fĂŒr den Clip eines Samples speichern:

Ein Klick auf den Save-Button in der Clip-Ansicht speichert die aktuellen Clip-Einstellungen in der Analyse-Datei des Samples. Wenn das Sample zum nĂ€chsten Mal in Live gezogen wird, werden diese Clip-Einstellungen automatisch wiederhergestellt. Besonders nĂŒtzlich ist das, um Einstellungen der Warp-Marker beizubehalten. Das Speichern von Clip-Standard-Einstellungen in der Analyse-Datei ist etwas anderes als das Speichern eines Clips als Live-Clip.

WĂ€hrend Analyse-Dateien eine praktische Möglichkeit bieten, Informationen ĂŒber die Standardeinstellungen fĂŒr ein bestimmtes Sample zu speichern, solltest du nicht vergessen, dass sich unterschiedliche Einstellungen fĂŒr jeden Clip innerhalb eines Live Sets verwenden lassen - auch wenn diese Clips auf das gleiche Sample auf der Festplatte verweisen. Ziehst du jedoch eine neue Version des Samples in ein Live-Set, wird Live die in der Analyse-Datei gespeicherten Einstellungen fĂŒr den neuen Clip verwenden.

Der Name der Analysedatei entspricht dem des Samples, hat jedoch die Namenserweiterung ".asd". Live speichert die Analysedatei im gleichen Ordner wie das Sample.

Samples mit einer .asd-Datei werden so im Browser angezeigt.

Samples ohne .asd-Datei sehen so aus.

Die Analyse-Dateien selbst sind nicht in Lives Browser sichtbar.

Hinweis: Das Erzeugen der Analysedateien lĂ€sst sich unterbinden, indem man die Option Analyse-Dateien erzeugen in den Einstellungen unter File & Folder deaktiviert. Alle Daten (außer den Standard-Einstellungen fĂŒr einen Clip) können von Live bei Bedarf rekonstruiert werden, falls die .asd-Datei fehlt, dies wird fĂŒr lĂ€ngere Samples allerdings eine Weile dauern.

5.1.3 Audio und Video exportieren

Der Befehl Audio/Video exportieren aus dem Datei-MenĂŒ erlaubt es, Lives Audio-Ausgabe als neue Samples zu exportieren. Die resultierende Datei kann beispielsweise zum Anhören auf eine Audio-CD oder zwecks Backup/Archivierung oder Verwendung mit anderer Audio-Software auf eine Daten-CD gebrannt werden. EnthĂ€lt ein Set Video, lĂ€sst sich der Befehl Audio/Video exportieren auch zum Exportieren einer Videodatei nutzen, die im gleichen Verzeichnis wie die gerenderten Audiodateien erzeugt wird.

5.1.3.1 Auswahl-Optionen

Die Auswahl-Optionen des Render-Dialogs.

Das MenĂŒ fĂŒr die zu rendernde Spur im Exportieren-Dialogfenster bietet verschiedene Optionen dafĂŒr, welches Audiosignal exportiert werden soll.

Das MenĂŒ fĂŒr die zu rendernde Spur.
  • Main – Das hinter dem Fader abgegriffene Signal von Lives Main-Ausgang. Wenn du diesen Ausgang abhörst, kannst du sicher sein, dass das exportierte Signal exakt dem entspricht, was du hörst.
  • Alle Einzelspuren – Das hinter dem Fader abgegriffene Signal am Ausgang jeder einzelnen Spur, einschließlich Return- und MIDI-Spuren mit Instrumenten. Live wird fĂŒr jede Spur ein separates Sample erzeugen. Alle Samples werden die gleiche LĂ€nge besitzen, was es einfach macht, sie in anderen Mehrspur-Programmen anzulegen und weiter zu verwenden.
  • Nur ausgewĂ€hlte Spuren – Diese Option ist identisch zur Option Alle Einzelspuren, rendert jedoch nur Spuren, die vor dem Öffnen des Export-Dialogs selektiert waren.
  • (Einzelne Spur) – Das hinter dem Fader abgegriffene Ausgangssignal der gewĂ€hlten Spur.

Die anderen Eingabefelder bestimmen den Startpunkt und die LĂ€nge des zu exportierenden Materials:

  • Rendering-Start – Bestimmt die Position, an der das Rendering beginnt.
  • Rendering-LĂ€nge – Bestimmt die LĂ€nge des zu rendernden Samples.

Tipp: Die Werte fĂŒr Rendering-Start und -LĂ€nge lassen sich schnell festlegen, indem du zuerst den gewĂŒnschten Zeitabschnitt in der Arrangement-Ansicht auswĂ€hlst und dann erst den Befehl Audio/Video exportieren aufrufst. Bitte denken Sie daran - eine gerenderte Audiodatei enthĂ€lt immer nur das, was Sie vor dem Rendern hören. Spielen Sie zum Beispiel eine Kombination von Session-Clips und Arrangement-Material ab, dann ist dies genau das, was auch in der gerenderten Datei aufgezeichnet wird - unabhĂ€ngig davon, welche Ansicht beim Rendern aktiv ist.

5.1.3.2 Rendering-Optionen

Die Optionen beim Rendern von Audio.

Der Exportieren-Dialog bietet verschieden Optionen fĂŒr das Rendern von Audio:

  • Mit Return- und Master-Effekten – Ist diese Option aktiviert, rendert Live individuell jede gewĂ€hlte Spur inklusive allen von dieser Spur verwendeten Returnspuren, sowie allen auf der Main-Spur verwendeten Effekten. Dies ist besonders nĂŒtzlich beim Rendern von Material fĂŒr Live-Performances oder fĂŒr das Liefern von Stems an externe Mixing-Engineers oder Remixer.
  • Als Loop rendern – Wenn diese Option aktiviert ist, erzeugt Live ein Sample, das als Loop verwendbar ist. Nehmen wir zum Beispiel an, dass Ihr Live-Set einen Delay-Effekt verwendet. Wenn die Option "Als Loop rendern" aktiviert ist, vollzieht Live den Render-Vorgang zweimal: Der erste Durchgang schreibt noch keine Audiodaten auf die Festplatte, erzeugt aber den Delay-Effekt. Da beim zweiten Durchgang die Audio-Aufzeichnung beginnt, enthĂ€lt diese zu Beginn die Delay-Fahne aus dem ersten Durchgang.
  • Nach Mono konvertieren – Wenn diese Option aktiviert ist, erzeugt Live ein Mono- statt ein Stereo-Sample.
  • Normalisieren – Wenn diese Option aktiviert ist, wird das gerenderte Sample normalisiert (der Pegel wird erforderlichenfalls so verstĂ€rkt, dass die lauteste Stelle Vollaussteuerung erreicht).
  • Analyse-Datei schreiben – Falls aktiviert, erzeugt Live zusĂ€tzlich eine .asd-Datei mit Analyse-Informationen ĂŒber das gerenderte Sample. Aktiviere diese Option, falls du das Sample in Live verwenden willst.
  • Sampling-Frequenz – Die Wahl der Samplingrate hat Auswirkungen auf den Export: WĂ€hlst du eine Samplingrate, die gleich oder höher ist als die, die im aktuellen Projekt verwendet wird (wie in den Einstellungen unter Audio festgelegt), exportiert Live in einem Schritt mit der im Export-Dialog bestimmten Samplingrate. Exportierst du mit einer Samplingrate, die niedriger als die aktuelle Samplingrate im aktuellen Projekt ist, exportiert Live zunĂ€chst mit der derzeitigen Projekt-Samplingrate und konvertiert dann in einem zweiten Schritt mit einem hochwertigen Algorithmus die Rate nach unten. Dieser Vorgang kann einige Zeit dauern.

5.1.3.3 Encodierungs-Optionen

Die Optionen beim Encodieren von Audio.
  • PCM-Encodierung – Wenn aktiviert, wird eine verlustfreie Audiodatei erzeugt.
  • Datei-Typ – FĂŒr den PCM-Export stehen die Formate WAV, AIFF und FLAC zur VerfĂŒgung.
  • Bit Depth, Dither-Optionen – WĂ€hle einen der Dither-Modi, wenn du Dateien mit einer Auflösung von weniger als 32 Bit exportierst. Dithering fĂŒgt dem gerenderten Audiomaterial einen kleinen Rauschanteil hinzu, reduziert so aber Artefakte beim Verringern der Bit-Auflösung. StandardmĂ€ĂŸig ist Triangular ausgewĂ€hlt; das ist der "sicherste" Modus, falls Sie an der exportierten Datei eventuell weitere Bearbeitungen vornehmen. Der Modus Rectangular bewirkt ein geringeres Dither-Rauschen, das jedoch um den Preis grĂ¶ĂŸerer Quantisierungsfehler. Die drei Pow-r-Modi bieten eine ansteigende Dither-IntensitĂ€t, sie verschieben das Rauschen in Frequenzbereiche oberhalb des normalen Hörbereichs. Beachten Sie, dass Dithering nur einmal auf eine bestimmte Datei angewendet werden sollte. Wollen Sie die gerenderte Datei weiter bearbeiten, ist es empfehlenswert sie mit 32 Bit zu rendern, um das Dithering bei diesem Zwischenschritt ĂŒberflĂŒssig zu machen. Insbesondere die Pow-r-Modi sollten nie auf Material angewendet werden, das weiteren Mastering-Bearbeitungen unterzogen wird -- sie sind nur fĂŒr die finale Ausgabe des Materials gedacht.
  • MP3-Encodierung – Wenn aktiviert, wird eine MP3-Datei mit konstanter Bitrate (CBR) und 320 kbps erzeugt. PCM und MP3 können jetzt gleichzeitig exportiert werden. Ist keiner von beiden Schaltern aktiviert, wird die Export-Taste unten deaktiviert.

5.1.3.4 Video-Rendering-Optionen

Die Optionen beim Rendern von Video.

ZusĂ€tzlich zu den Optionen fĂŒr das Rendern von Audio bietet der Exportieren-Dialog auch Optionen fĂŒr das Rendern von Video:

  • Video erzeugen – Ist diese Option aktiviert, wird im Verzeichnis der gerenderten Audiodatei auch eine Videodatei erzeugt. Beachten Sie, dass diese Option nur dann verfĂŒgbar ist, wenn Sie Video-Clips im Arrangement haben. Ferner ist es nicht möglich, nur Video zu rendern — das Aktivieren der Video-Rendern-Option wird ein Video immer zusĂ€tzlich zum gerenderten Audio erzeugen.
  • Video-Encoder – In diesem MenĂŒ kannst du den Encoder fĂŒr das Video-Rendering wĂ€hlen. Die Optionen hier hĂ€ngen von den auf dem System installierten Encodern ab.
  • Video-Encoder-Einstellungen – Dieser Taster öffnet ein Fenster mit den Einstellungen fĂŒr den gewĂ€hlten Encoder. Die genauen Einstellmöglichkeiten hĂ€ngen vom Encoder ab, den Sie gewĂ€hlt haben. Manche Encoder besitzen keine vom Anwender einstellbaren Parameter. In diesem Fall erscheint der Taster deaktiviert.

Nachdem Sie Ihre Einstellungen gemacht und auf Exportieren geklickt haben, um das Rendern zu starten, wird zunÀchst Audio gerendert. Ist dieser Vorgang beendet, beginnt das Rendern von Video. Beachten Sie, dass in AbhÀngigkeit des verwendeten Encoders das Video-Rendern in mehreren DurchgÀngen erfolgen kann. Live zeigt Ihnen den Status des Vorgangs mit einem Fortschrittsbalken an.

Falls Sie keine besonderen Encoder-Einstellungen fĂŒr FenstergrĂ¶ĂŸe oder SeitenverhĂ€ltnis vorgenommen haben, wird das gerenderte Video bei seiner Wiedergabe genau wie bei der Wiedergabe in Live aussehen. Das Video wird auch das gerenderte Audio enthalten.

Das Arbeiten mit Video wird im Kapitel ĂŒber Video ausfĂŒhrlich behandelt.

5.1.3.5 Echtzeit-Rendering

Normalerweise erfolgt das Rendern als Offline-Prozess. EnthĂ€lt dein Set jedoch einen External-Audio-Effekt oder ein External Instrument, also mit Routing zu einem Hardware-Effekt oder -Synthesizer, lĂ€uft das Rendering etwas anders ab. In diesem Fall wird der Main-Ausgang in Echtzeit gerendert. Rendern Sie individuelle Spuren, so werden zunĂ€chst alle Spuren offline gerendert, die nicht irgendwo in ihrem Signalfluss ein Signal an ein externes GerĂ€t routen. Danach werden alle Spuren in Echtzeit gerendert, die zu solchen GerĂ€ten geroutet sind. Live wird automatisch den Signalfluss jeder Spur ĂŒberprĂŒfen und registrieren, ob ein Rendern in Echtzeit nötig ist. Beim Starten des Renderns werden Ihnen dann verschiedene Optionen angezeigt:

Das Warten auf das Ausklingen externer GerÀte.
  • Skip – StandardmĂ€ĂŸig wartet Live 10 Sekunden, bevor das Rendern beginnt. Diese Zeit sollte reichen, um die Signale aller externen Devices ausklingen zu lassen. Benötigt es mehr Zeit (etwa wegen einer langen Hallfahne), lĂ€sst sich die Wartezeit durch Eintippen einer anderen Sekundenzahl in das Wertefeld erhöhen. Sind Sie sich dagegen sicher, dass die externen GerĂ€te bereits ausgeklungen sind, können Sie den Vorgang beschleunigen, indem Sie durch Anklicken von "Skip" das Rendern sofort starten.

Nach dem Beginn des Renderns wechselt der Dialog zur Anzeige eines Fortschrittbalkens:

Das Rendern in Echtzeit wurde gestartet.
  • Automatischer Neustart bei Drop-outs – Das Rendern in Echtzeit belastet die CPU etwas stĂ€rker als das normale Rendern und manchmal können dabei Drop-outs (kleine LĂŒcken oder Störungen im Audiosignal) auftreten. Live registriert solche Drop-outs und beginnt mit dem Rendern noch mal von vorne, falls diese Option aktiviert ist.
  • Neustart – Startet das Rendern manuell neu.
  • Abbrechen – Bricht das Rendern ab und löscht die teilweise erzeugte Datei.

Die Anzahl der Render-Versuche (falls es mehr als einen gab) wird ebenfalls in der Dialogbox angezeigt. Falls die Drop-outs und Neustarts nicht aufhören, sollten Sie andere Programme schließen, um mehr Rechenleistung fĂŒr das Rendern zur VerfĂŒgung zu stellen. Das Kapitel ĂŒber CPU-Leistungsbedarf bietet Tipps zum Optimieren der Leistung.

5.2 MIDI-Dateien

Eine MIDI-Datei enthÀlt Befehle, die einen MIDI-kompatiblen Synthesizer oder ein anderes MIDI-Instrument, beispielsweise Lives Simpler, dazu veranlassen, bestimmte musikalische Dinge zu tun. MIDI-Dateien können aus Hardware- und Software-MIDI-Sequenzern exportiert werden. Das Importieren von MIDI-Dateien in Live unterscheidet sich vom Importieren von Samples: MIDI-Dateien werden ein Bestandteil des Live Sets und die resultierenden MIDI-Clips haben keinen Bezug mehr zu der Original-Datei. MIDI-Dateien werden im Browser mit einem speziellen Symbol angezeigt.

Eine MIDI-Datei im Browser.

Du kannst MIDI-Dateien direkt ĂŒber den Browser importieren oder mit dem Befehl MIDI-Datei importieren
 im Erzeugen-MenĂŒ. Bei Verwendung des Befehls MIDI-Datei importieren
 wird in der Arrangement-Ansicht die Datei an die Position des EinfĂŒge-Markers gesetzt. Nutzt du den Befehl in der Session-Ansicht, wird die Datei in den zurzeit ausgewĂ€hlten Clip-Slot eingesetzt.

5.2.1 MIDI-Dateien exportieren

Lives MIDI-Clips können als "Standard MIDI Files" exportiert werden. WĂ€hlen Sie dazu aus dem Datei-MenĂŒ den Befehl "AusgewĂ€hlten MIDI-Clip exportieren". Der Befehl öffnet eine Dateiauswahlbox, in der Sie einen Speicherort fĂŒr die neue MIDI-Datei wĂ€hlen können.

Das Exportieren einer MIDI-Datei ist etwas anderes als das Sichern eines Clips als Live-Clip.

5.3 Live-Clips

Einzelne Clips können im "Live-Clip"-Format aus der Session-Ansicht auf die Festplatte exportiert werden und stehen dadurch fĂŒr die einfache Wiederverwendung in anderen Projekten zur VerfĂŒgung. Da Live-Clips nur Verweise auf die verwendeten Samples (und nicht die Audiodaten selbst) enthalten, sind sie sehr klein. Das macht es einfach, eine eigene Sammlung aufzubauen und zu pflegen.

Um einen Clip aus dem geöffneten Live Set auf die Festplatte zu speichern, ziehen Sie ihn einfach in den Datei-Browser und lassen ihn ĂŒber einem Ordner fallen. Bei Audio-Clips sorgt Live fĂŒr das Kopieren der referenzierten Samples an den neuen Speicherort, basierend auf der eingestellten Option Dateien beim Export kopieren. Dann kann man einen Namen fĂŒr das neu erzeugte Set eingeben oder den von Live vorgeschlagenen Namen mit Enter bestĂ€tigen.

Ein Live-Clip im Browser.

Live-Clips stellen eine leistungsfĂ€hige Möglichkeit dar, Ihre Ideen fĂŒr die spĂ€tere Verwendung oder Weiterentwicklung zu sichern, denn sie speichern nicht nur den ursprĂŒnglichen Clip mit allen seinen Clip- und HĂŒllkurveneinstellungen, sondern auch die GerĂ€te des Original-Tracks. Um die GerĂ€te-Kette eines Live-Clips zu rekonstruieren, importieren Sie ihn entweder in einen Track, der noch keine Clips oder GerĂ€te enthĂ€lt oder ziehen ihn auf die von Tracks freie FlĂ€che in der Session- oder Arrangement-Ansicht. Wenn Sie Live-Clips in Tracks importieren, die bereits GerĂ€te oder Clips enthalten, erscheinen nur die Clips mit ihren Einstellungen, aber ohne die GerĂ€te. Sie könnten beispielsweise einen Live-Clip mit einer Basslinie in eine existierende Spur ziehen die ein Bass-Instrument ansteuert, statt eine neue Spur dafĂŒr zu erzeugen.

Clips die zu beliebigen bereits auf der Festplatte befindlichen Live Sets gehören, sind ebenfalls Live-Clips. Weitere Informationen zu diesem Thema finden sich im Abschnitt ĂŒber das Verschmelzen von Sets.

Beachten Sie, dass das Speichern von Standardeinstellungen fĂŒr einen Clip in der Analyse-Datei des Samples etwas anderes als das Speichern eines Live-Clips ist. Die Standardeinstellungen in der .asd-Datei ergĂ€nzen das Sample um sinnvolle Grundeinstellungen (zum Beispiel fĂŒr Warp, LautstĂ€rke und Pitch), so dass es nach dem Laden ins Set auf eine definierte Weise abgespielt wird. Live-Clips werden dagegen als separate musikalische Ideen auf der Festplatte gespeichert. So könnten Sie beispielsweise eine Reihe von Variationen des gleiche Audio-Clips erzeugen, indem Sie unterschiedliche Warp-, Pitch-, HĂŒllkurven- und Effekteinstellungen verwenden und diese Variationen alle als separate Live-Clips speichern. Im Browser könnten Sie diese Clips dann unabhĂ€ngig voneinander sortieren und vorhören, und das sogar, obwohl alle davon auf das gleiche externe Ursprungs-Sample verweisen.

5.4 Live-Projekte

Der Dokumententyp, den Live erzeugt und in dem gearbeitet wird, heißt Live-Set. Sets mĂŒssen innerhalb von Projekten gesichert werden, damit Live die verschiedenen Komponenten des Live Sets registrieren und verwalten kann: Live Clips, GerĂ€te-Presets, alle verwendeten Samples usw.

5.4.1 Sets erzeugen, öffnen und sichern

Verwenden Sie den Befehl "Neues Live-Set" aus dem Datei-MenĂŒ, um ein neues Live-Set zu erzeugen, und den Befehl "Live-Set öffnen..." oder das UntermenĂŒ "Zuletzt benutzte Sets", um ein bestehendes Set zu öffnen. Im Datei-Browser lassen sich Live-Sets per Doppelklick oder Enter öffnen.

Der Befehl "Live Set sichern" aus dem Datei-MenĂŒ sichert das aktuelle Live Set genau so wie es ist, einschließlich aller Clips und Einstellungen.

Sie können auch den Befehl "Live Set sichern unter" benutzen, um das aktuelle Live Set unter einem anderen Namen und/oder in ein anderes Dateiverzeichnis zu sichern. Oder Sie benutzen den Befehl "Live Set sichern als Kopie", um eine Kopie des aktuellen Live Sets mit einem neuen Namen und/oder unter einem neuen Verzeichnis zu speichern.

5.4.2 Das Verschmelzen von Sets

Live macht es einfach, Sets miteinander zu verschmelzen, was sehr praktisch sein kann, wenn man Bestandteile unterschiedlicher Versionen oder StĂŒcke kombinieren will. Um alle Spuren (außer den Return-Spuren) aus einem Live-Set in ein anderes zu bekommen, ziehe das Set aus dem Datei-Browser in das aktuelle Set und lasse es auf der Titelzeile irgendeiner Spur oder auf dem freien Bereich unter/neben den Spuren los. Die Spuren aus dem losgelassenen Set werden vollstĂ€ndig wiederhergestellt, einschließlich ihrer Clips in Session- und Arrangement-Ansicht, ihrer Devices und Automationen.

Der Drop-Bereich in der Session-Ansicht fĂŒr das Importieren von Live-Sets.
Der Drop-Bereich in der Arrangement-Ansicht fĂŒr das Importieren von Live-Sets.

Willst du einzelne Spuren aus einem Set importieren, kannst du das Live-Set im Datei-Browser wie einen Ordner aufklappen.

Das Aufklappen eines Sets zeigt seine Inhalte an.

Sie können nun die einzelnen Spuren, wie am Anfang dieses Abschnitts beschrieben, in das Set an die gewĂŒnschte Stelle ziehen. Auch alle Grooves, die mit dem Set zusammen gespeichert wurden, sind als Ordner im aufgeklappten Set verfĂŒgbar.

Soll nur die Device-Kette eines anderen Sets ĂŒbernommen werden, z.B. ein Device mit Audio- oder MIDI-Effekten, lĂ€sst sich das Devices-Symbol aus dem Set im Browser herausziehen.

Das Device-Symbol in einem aufgeklappten Live-Set

Ebenso können Gruppen-Spuren und verschachtelte Gruppen-Spuren aus Lives Browser gezogen werden. Die Gruppenspuren lassen sich im Browser aufklappen, wodurch Sie einzelne Spuren aus der Gruppe laden können.

ZusÀtzlich zum Aufklappen von Sets, kannst du auch einzelne Spuren im Set aufklappen und auf die individuellen Clips der Session-Ansicht zugreifen, die auf der Spur verwendet wurden:

Anzeige der in einem Set enthaltenen Clips der Session-Ansicht.

Session-Clips des Sets lassen sich genau so durchblĂ€ttern, vorhören und importieren, als wenn sie als individuelle Live-Clips gespeichert worden wĂ€ren. Dies bedeutet, dass jedes Live-Set als Sound-Pool fĂŒr jedes andere dienen kann, was zur kreativen Wiederverwertung und zum VerknĂŒpfen von Inhalten einlĂ€dt.

5.4.3 Session-Clips als neue Sets exportieren

Sie können eine Auswahl von Clips aus der Session-Ansicht als neues Live Set speichern, indem Sie sie zum Datei-Browser ziehen. Um ein Set so zu exportieren, wÀhlen Sie zunÀchst per Klick einen Clip aus, bzw. mehrere Clips mit Shift or Strg (Win) / Option (Mac). Ziehen Sie die Clips dann einfach zu einem Ordner im Browser, wo Sie entweder den von Live vorgeschlagenen Namen bestÀtigen oder einen neuen eingeben können.

5.4.4 Standard-Sets

Der DateimenĂŒ-Befehl Live-Set als Standard-Set sichern
 speichert das aktuelle Live-Set als Standard-Template. Live wird die gemachten Einstellungen dann als Grundeinstellungen fĂŒr neue Live-Sets verwenden. Sie können dies zum Vorkonfigurieren folgender Dinge nutzen:

Hinweis: Jedes beliebige Live-Set kann mit Als Standard-Set festlegen im KontextmenĂŒ von Lives Browser als Standard-Live-Set definiert werden.

ZusĂ€tzlich zu dieser Standardvorlage kannst du fĂŒr verschiedene Projektarten weitere Vorlagen-Sets (Templates) erzeugen, jeweils mit komplett eigenstĂ€ndigen Konfigurationen fĂŒr Spuren, Devices, etc. Sichere hierfĂŒr dein aktuelles Live-Set mit dem Eintrag Live-Set als Template sichern
 im DateimenĂŒ. Alle Sets, die als Template gesichert wurden, erscheinen in der Templates-Kategorie im Browser und im Templates-Ordner der User-Library. Hinweis: Der Ordner Templates in der User-Library wird beim ersten Sichern eines Template-Sets automatisch erzeugt. Diese Sets funktionieren dann als Vorlagen: sie laden mit der von dir gespeicherten Konfiguration, jedoch mit dem Namen Unbenannt.als und stehen bereit, als neues Set genutzt zu werden.

Mehrere Template-Sets in der User-Library.

5.4.5 Das Ansehen und Ändern der Datei-Referenzen in einem Live-Set

Um eine Liste mit allen Dateien zu sehen, die vom aktuellen Live-Set referenziert werden, wĂ€hlen Sie bitte den Dateien-verwalten-Befehl aus dem Datei-MenĂŒ, klicken auf den Set-verwalten-Schalter und dann auf den Dateien-ansehen-Schalter. Live zeigt jeweils einen Eintrag fĂŒr jede im Live-Set benutzte Datei an. Wenn Sie alle Clips oder Instrumente des Live-Sets auflisten möchten, in denen die Datei auch tatsĂ€chlich benutzt wird, klicken Sie bitte auf das Dreieck, um die Zeile aufzuklappen. Sie haben nun folgende Möglichkeiten:

  • Eine Datei ersetzen — Indem Sie eine Datei aus dem Datei-Browser auf einen Eintrag der Liste ziehen, veranlassen Sie das Live-Set, die neue Datei statt der alten zu referenzieren. Bei in Audio-Clips verwendeten Samples behĂ€lt Live die Clip-Einstellungen bei; die Warp-Marker bleiben ebenfalls erhalten, falls das neue Sample gleich lang oder lĂ€nger als das alte ist oder andernfalls verworfen. Bitte beachten Sie, dass das Ersetzen eines Samples alle Clips in Ihrem Set Ă€ndert, die auf dieses Sample verweisen.
Jeder Eintrag in der Liste der referenzierten Dateien ist ein Drop-Ziel fĂŒr Dateien.
  • Dateien Hot-Swappen — Indem Sie den Hot-Swap-Schalter links bei einem Eintrag betĂ€tigen, können Sie bequem Alternativen fĂŒr die gerade referenzierte Datei testen. Das funktioniert wie das Ziehen von Dateien auf die EintrĂ€ge, nur schneller.
Der Hot-Swap-Schalter in der Liste der referenzierten Dateien.
  • Ein referenziertes Sample editieren — die Bearbeitung erfolgt mit einem externen Programm (das in den Einstellungen unter File & Folder gewĂ€hlt werden kann). Mit Klick auf den Edit-Taster wird das referenzierte Sample in der externen Anwendung geöffnet. Solange der Edit-Schalter aktiv ist, wird das Sample unbenutzt bleiben. Bei Samples aus Audio-Clips werden die aktuellen Warp-Marker nur behalten, wenn sich die LĂ€nge des Samples durch die Bearbeitung nicht Ă€ndert. Hinweis: Der Edit-Button ist nur bei Samples vorhanden und nicht bei anderen Dateitypen, wie z.B. Devices von Max for Live.
Der Edit-Schalter der Liste der referenzierten Dateien.
  • Speicherort einer Datei anzeigen – Die Spalte Ort gibt an, ob eine Datei fehlt oder ob sie sich in der User-Library, einem Projekt oder an anderer Stelle (“extern”) befindet. Ausgeklappt zeigt der Eintrag die genauen Stellen im Set, an denen die Datei benutzt wird.
Die Spalte Ort der Liste der referenzierten Dateien.

5.5 Live-Clips

Ein Live-Projekt ist ein Ordner, der Live-bezogene Dateien enthĂ€lt, die zusammengehören. Denken Sie beispielsweise an die Arbeit an einem MusikstĂŒck: Sie beginnen mit einem leeren Live-Set; Sie nehmen Audio auf und erzeugen so neue Dateien; Sie ziehen Samples aus Librarys hinein; Sie speichern unterschiedliche Versionen des Live-Sets, so dass Sie verschiedene Stadien der Arbeit vergleichen können. Vielleicht speichern Sie auch Live-Clips oder GerĂ€te-Presets, die zu diesem MusikstĂŒck "gehören". Der Projekt-Ordner dieses Live-Projekts enthĂ€lt alle Dateien, die zu dem MusikstĂŒck in Verbindung stehen – und Lives Datei-Manager bietet die Werkzeuge zur Dateiverwaltung.

5.5.1 Projekte und Live-Sets

Wenn Sie ein Live-Set unter einem neuen Namen oder an einem neuen Ort sichern, erzeugt Live einen neuen Projekt-Ordner und sichert das Live Set darin -- außer wenn Sie das Live Set in ein bestehendes Live-Projekt sichern. Lassen Sie uns ein Beispiel betrachten, um das zu illustrieren:

Wir haben etwas Audio in ein neues Live-Set aufgenommen. Wir sichern das Live-Set unter dem Namen "Tango" auf dem Schreibtisch. Der Schreibtisch ist im Browser vorhanden, weil wir ihn zuvor als User-Ordner hinzugefĂŒgt haben. So wird das Ergebnis in Lives Browser angezeigt:

Ein Live-Set und seine Aufnahmen in einem Live-Projekt-Ordner.

Der Projekt-Ordner ("Tango Project") enthÀlt das Live Set ("Tango.als") und einen Ordner "Samples", der wiederum einen Ordner "Recorded" mit zwei Samples darin enthÀlt. Beachten Sie, dass das aktuelle Projekt auch in der Titelleiste von Lives Programmfenster angezeigt wird.

Nun nehmen wir eine neue Spur in unser Projekt auf. Wir sichern die modifizierte Version des Live-Sets unter einem neuen Namen, so dass wir die vorherige Version nicht verlieren. Wir akzeptieren den Benennungsvorschlag der Sichern-als-Funktion und speichern die neue Version des Songs im Tango-Projekt-Ordner.

Eine zweite Version des Live-Sets wurde zu dem Projekt hinzugefĂŒgt.

Das Tango-Projekt enthÀlt nun zwei Live-Sets, und seine Samples/Recorded-Ordner enthalten die von beiden benutzten Samples.

Und nun zu etwas ganz anderem: Wir rufen den Befehl Neues Live-Set aus dem Datei-MenĂŒ auf und nehmen ein Samba-StĂŒck auf. Da das nichts mit unserem Tango zu tun hat, beschließen wir es außerhalb des Tango-Projekt-Ordners zu sichern, nĂ€mlich auf dem Schreibtisch. Live erzeugt einen neuen Projekt-Ordner namens Samba Project neben dem Tango-Project.

Ein neues Projekt wurde neben dem Tango-Projekt erzeugt.

Bisher haben wir erfahren, wie man Live-Projekte erzeugt und Versionen von Live-Sets darin sichert. Und wie wird ein Projekt geöffnet? Einfach durch Öffnen eines der enthaltenen Live-Sets. Das Doppelklicken von "Tango with Piano.als" öffnet das Set und das dazugehörige Projekt -- wie in der Titelzeile von Live zu sehen.

Nehmen wir an, dass wir bei der Arbeit an "Tango with Piano.als" abdriften: Das StĂŒck entwickelt sich zu etwas ganz anderem, und wir haben das GefĂŒhl, dass es ein eigenes Projekt werden sollte. Wir sichern es mit "Sichern als..." unter einem neuen Namen und an einem Ort außerhalb des aktuellen Projekts, zum Beispiel auf dem Schreibtisch:

Durch das Sichern eines Live-Sets außerhalb seines Original-Projekts wurde ein neues Projekt erzeugt.

Beachten Sie, dass der neue Projekt-Ordner (noch) keinen Samples-Ordner hat. "Electro with Piano.als" referenziert immer noch das Piano-Sample aus dem ursprĂŒnglichen Tango-Projekt. Das ist kein Schaden, solange das Tango-Projekt nicht woanders hinbewegt oder gelöscht wird; dann wĂŒrde "Tango with Piano.als" sein Sample vermissen. Das lĂ€sst sich durch das Sammeln externer Dateien verhindern. Aber auch wenn das Sample bereits verschollen ist, können Lives Suchfunktionen fĂŒr fehlende Dateien helfen, das Problem zu lösen.

Es ist nicht nötig, das Live-Set eines Projekts exakt eine Hierarchieebene unter dem Projekt selbst abzuspeichern. Innerhalb eines Projekt-Ordners kann man eine beliebige Anzahl von Unterordnern erzeugen und die Dateien darin wie gewĂŒnscht organisieren. Unter UmstĂ€nden wird hierbei der Dateimanager notwendig sein, um dem Projekt vorgenommene Änderungen „mitzuteilen".

Im Allgemeinen wird Live tun was es kann, um verwaiste (Projekt-lose) Live-Sets (und Live-Clips und Presets) zu vermeiden, die das Potenzial haben, sowohl den Anwender als auch Lives Dateiverwaltungs-Funktionen zu verwirren. Live kann allerdings nichts in FĂ€llen ausrichten, in denen Sets oder Dateien mit dem Explorer (Windows)/Finder (Mac) aus ihrer Ordnung gebracht werden.

Eine Anmerkung fĂŒr Anwender Ă€lterer Versionen von Live: Um KompatibilitĂ€tsprobleme zu vermeiden, erlaubt Live es nicht, Live-Sets zu ĂŒberschreiben, die mit Ă€lteren Versionen erzeugt wurden. Stattdessen werden Sie aufgefordert, mit "Sichern als..." zu speichern. Hierdurch wird sichergestellt, dass die neu gespeicherten Live-Sets in Projekt-Ordnern abgelegt werden.

5.5.2 Projekte und Presets

StandardmĂ€ĂŸig werden neue Instrumente und Effekt-Presets in Ihrem aktuellen Projekt gespeichert. Hin und wieder kann es jedoch sinnvoller sein ein Preset in einen anderen Ordner oder in Ihre User-Library zu sichern, so dass Sie auf das Preset auch von anderen Projekten aus zugreifen können. Ein Preset lĂ€sst sich nach dem Speichern in einen anderen Ordner ziehen. Alternativ kann man es einfach an seiner Titelzeile greifen, auf einen Browser-Ordner der Seitenleiste ziehen und sobald das Content-Fenster geöffnet ist das Preset dort fallen lassen und so dem Ordner hinzufĂŒgen.

Werden Presets, die Samples enthalten, an einem neuen Ort gespeichert, kopiert Live eventuell die Samples. Das hĂ€ngt von der eingestellten Option Dateien beim Export kopieren ab, die sich in den Einstellungen unter File & Folder befindet. Dann kann man einen neuen Namen fĂŒr das Device eingeben oder den von Live vorgeschlagenen Namen mit Enter bestĂ€tigen.

5.5.3 Dateien in einem Projekt verwalten

Lives Datei-Manager bietet mehrere komfortable Funktionen zum Verwalten von Projekten. Nachdem Sie ein Live Set geladen haben, das Teil des Projekts ist das Sie verwalten wollen, wĂ€hlen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-MenĂŒ und klicken dann auf den Taster Projekt verwalten. Der Datei-Manager zeigt Ihnen daraufhin eine Übersicht der Projekt-Inhalte und der Funktionen dafĂŒr an. Sie können:

5.6 Fehlende Dateien lokalisieren

Wenn Sie ein Live Set, einen Live-Clip oder ein Preset laden, dessen Dateien am referenzierten Speicherort nicht gefunden werden können, zeigt Lives Statuszeile (unten im Hauptfenster) eine Warnmeldung an. Clips und die Sample-Slots von Instrumenten, die fehlende Samples referenzieren, werden als "Offline" markiert und Live wird Stille anstelle der fehlenden Samples abspielen.

Lives Datei-Manager bietet Funktionen, um solche fehlerhaften Referenzen zu reparieren. Klicke auf die Statuszeile, um Zugriff darauf zu erhalten. (Eigentlich handelt es sich dabei um eine AbkĂŒrzung; alternativ kannst du im DateimenĂŒ den Befehl Dateien verwalten auswĂ€hlen, auf die SchaltflĂ€che Set verwalten klicken und dann im Abschnitt Fehlende Dateien auf die SchaltflĂ€che Suchen klicken.) Der Dateimanager zeigt eine Liste der fehlenden Dateien sowie weitere Optionen an.

Liste fehlender Dateien im Dateimanager.

5.6.1 Manuelle Reparatur

Um eine fehlerhafte Referenz manuell zu reparieren, lokalisieren Sie die fehlende Datei im Browser, ziehen sie zum Dateiverwaltungsfenster und dort auf die entsprechende Zeile in der Liste der fehlenden Dateien. Beachten Sie bitte, dass Live nicht ĂŒberprĂŒft, ob die von Ihnen vorgeschlagene Datei auch tatsĂ€chlich die fehlende ist.

5.6.2 Automatische Reparatur

Live bietet eine bequeme automatische Suchfunktion zum Reparieren von Datei-Referenzen. Klicken Sie im Bereich Automatische Suche den Go-Taster an, um Live auf die Suche zu schicken. Klicken Sie den benachbarten dreieckigen Schalter an, um Zugriff auf einige detaillierte Optionen zu erhalten, mit denen Sie die automatische Suche unterstĂŒtzen können.

Die Optionen fĂŒr das automatische Reparieren im Datei-Manager.
  • Ordner durchsuchen — bezieht einen bestimmten Ordner einschließlich seiner Unterordner in die Suche ein. Klicken Sie den Ordner-wĂ€hlen-Taster, um einen Ordner zu bestimmen.
  • Projekt durchsuchen — schließt den Projekt-Ordner des aktuellen Sets in die Suche ein.
  • Library durchsuchen — schließt die Live-Library in die Suche ein.

FĂŒr jede fehlende Datei kann die automatische Suchfunktion eine beliebige Anzahl von Kandidaten finden. Nehmen wir mal die folgenden FĂ€lle an:

  • Keine Kandidaten gefunden — Du kannst einen anderen Ordner wĂ€hlen und es noch mal probieren oder das fehlende Sample / die fehlende Datei manuell suchen.
  • Es wurde ein Kandidat gefunden — Live akzeptiert den Kandidaten und betrachtet das Problem als gelöst.
  • Es wurden mehrere Kandidaten gefunden — Live benötigt deine Hilfe: Klicke den Hot-Swap-Schalter an (das Symbol ganz links bei jedem Eintrag in der Liste fehlender Dateien), um den Datei-Browser die Kandidaten im Hot-Swap-Modus anzeigen zu lassen. Du kannst nun auf Wunsch auch bei laufender Musik die Kandidaten im Datei-Browser doppelklicken, um sie zu laden und anzuhören.

5.7 Das Sammeln externer Dateien

Um fehlerhafte Datei-Referenzen in einem Live Set möglichst wirksam zu vermeiden, bietet Live die Möglichkeit an, die Dateien zu sammeln, das heißt, sie in den Projekt-Ordner des aktuellen Sets zu kopieren. Das wird mit dem Datei-Manager gemacht:

  • WĂ€hlen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-MenĂŒ
  • Klicken Sie auf den Taster Set verwalten
  • Klappen Sie mit dem dreieckigen Schalter den Bereich Externe Dateien aus
Die Optionen fĂŒr das Sammeln externer Dateien.

Getrennt nach Speicherort (andere Projekte, User-Library, installierte Factory-Packs, andere Speicherorte -- zum Beispiel Sample-Sammlungen auf externen Festplatten) zeigt die Dateiverwaltung an:

  • Die Anzahl der Dateien und deren benötigter Speicherplatz;
  • Einen Zeigen-Taster, der die Dateien im Browser auflistet;
  • einen Ja/Nein-Button zum AusfĂŒhren oder Abbrechen der Sammlung

Hinweis: Vergewissern Sie sich, dass Sie Ihre Auswahl mit dem Taster Sammeln und sichern im Datei-Manager bestÀtigen!

Der Taster Sammeln und sichern im Datei-Manager.

Der Alle-sammeln-und-sichern-Befehl im Datei-MenĂŒ ist eine AbkĂŒrzung; er sammelt und sichert alle vom aktuellen Set referenzierten Dateien, einschließlich solcher aus Lives Core-Library oder anderen installierten Packs. Beachten Sie, dass dadurch erhebliche Datenmengen kopiert werden können, besonders dann, wenn Ihr Live-Set viele große Multisamples benutzt!

5.7.1 Dateien beim Export kopieren

Beim Speichern von Live-Clips, Device-Presets oder Spuren durch Ziehen in den Browser verwaltet Live das Kopieren der dazugehörigen Dateien, je nach Einstellung der Option Dateien beim Export sammeln in den Einstellungen unter Library. Dieser Wahlschalter bietet die folgenden Optionen:

  • Immer, die Standardeinstellung, kopiert Dateien in den gleichen Ordner wie den Clip, das Preset oder die Spur, ohne Benachrichtigung.
  • Wird Fragen gewĂ€hlt, öffnet Live eine Dialogbox mit Optionen fĂŒr das Kopieren von Dateien.
  • Nie bedeutet, dass die Dateien beim Speichern nicht kopiert werden.

5.8 Übergreifendes Lokalisieren und Sammeln

Statt sich mitten in einer kreativen Phase mit Problemen zu beschĂ€ftigen, möchten Sie vielleicht lieber HausmeistertĂ€tigkeiten auf einen spĂ€teren Zeitpunkt verschieben, um dann die Probleme in einem Rutsch zu erledigen. Mit Lives Datei-Manager können Sie das Finden fehlender Dateien und das Sammeln externer Dateien nicht nur fĂŒr das aktuelle Live Set erledigen, sondern auch fĂŒr:

  • Die User-Library — wĂ€hle den Befehl Dateien verwalten aus dem DateimenĂŒ; klicke dann auf die SchaltflĂ€che User-Library verwalten.
  • Das aktuelle Live-Projekt — wĂ€hle den Befehl Dateien verwalten aus dem DateimenĂŒ; klicke dann auf die SchaltflĂ€che Projekt verwalten.
  • Jedes Live-Projekt — wĂ€hle nach Rechtsklick auf ein Projekt im Content-Fenster des Browsers den Befehl Projekt verwalten.
  • Jede Selektion von Live Sets, Live-Clips und Live-Presets — wĂ€hle nach Rechtsklick auf die betreffenden EintrĂ€ge im Browser den Befehl Dateien verwalten.

Denke daran, den Taster Sammeln und sichern unten im Datei-Manager anzuklicken, wenn du fertig bist. Wenn nicht, werden deine Änderungen verworfen.

5.9 Nicht benutzte Dateien finden

Lives Datei-Manager kann die nicht benutzten Dateien in einem Projekt fĂŒr Sie suchen. Sie können diese dann sichten und sich entscheiden, einzelne davon oder alle gemeinsam zu löschen. Beim Suchen nach "nicht benutzten" Dateien inspiziert Live jede Datei im Projekt-Ordner und prĂŒft, ob sie von einem der Live Sets, Live-Clips oder GerĂ€te-Presets im Projekt referenziert wird. Falls nicht, wird die Datei als nicht benutzt angesehen – auch dann, wenn andere Projekte oder Programme sie noch benutzen.

Um die nicht benutzten Dateien des gerade geöffneten Projekts zu suchen, rufen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-MenĂŒ auf, klicken den Taster Projekt verwalten an und dann den dreieckigen Schalter neben "Nicht benutzte Dateien", um Zugriff auf die Zusammenfassung und den Zeigen-Taster zu erhalten. Durch Klick auf den Zeigen-Taster listet der Datei-Browser die nicht benutzten Dateien auf; dort können sie vorgehört und nach Bedarf gelöscht werden.

Beachten Sie, dass Sie auch die nicht benutzten Dateien in der Library suchen können: Rufen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-MenĂŒ auf, klicken Sie den Taster Dateien verwalten und dann den Taster Library verwalten an, um den Bereich mit den nicht benutzten Dateien zu sehen.

Schließlich können Sie auch die nicht benutzten Dateien fĂŒr alle Projekte in einem bestimmten Ordner (und seinen Unterordnern) suchen: Nach Rechtsklick auf einen Ordner im Browser wĂ€hlen Sie den Befehl Projekte verwalten und gehen dann zum Bereich Nicht benutzte Dateien. Live untersucht jedes einzelne Projekt und weist eine Datei auch dann als nicht benutzt aus, wenn sie von einem anderen Projekt im gleichen Ordner verwendet wird. Um den Verlust von Dateien zu vermeiden, sollten Sie zuerst die Dateien in ihren jeweiligen Projekten sammeln und erst dann die Projekte von nicht benutzten Dateien erleichtern.

5.10 Projekte in Live-Packs packen

Lives Datei-Manager bietet Ihnen die Option, Live-Projekte fĂŒr das bequeme Archivieren oder den Transfer im Live-Pack-Format zu speichern. Dazu rufen Sie den Befehl Dateien verwalten aus dem Datei-MenĂŒ auf, klicken den Taster Projekt verwalten an und dann den dreieckigen Schalter neben "Packen". Das Erzeugen eines Live-Packs aus einem Projekt Ă€ndert nichts am Projekt selbst. Wollen Sie das Projekt löschen, können Sie das im Browser tun.

Live verwendet eine verlustfrei Kompressionstechnik, um die DateigrĂ¶ĂŸe von Live-Packs zu verringern. In AbhĂ€ngigkeit vom Audiomaterial im Projekt ergeben sich so Reduzierungen der DateigrĂ¶ĂŸe um bis zu 50%.

Um ein Live-Pack auszupacken (und das original Live-Projekt wieder herzustellen), doppelklicken Sie die Live-Pack-Datei (.alp), ziehen sie in Lives Hauptfenster oder lokalisieren sie mit dem Befehl Live-Pack installieren aus dem Datei-MenĂŒ.

5.11 HĂ€ufig gestellte Fragen zur Dateiverwaltung

5.11.1 Wie erzeuge ich ein Projekt?

Ein Projekt wird beim Sichern eines Live Sets automatisch erzeugt, außer beim Sichern in ein bestehendes Projekt.

5.11.2 Wie kann ich Presets in mein aktuelles Projekt sichern?

Sie können Presets auch direkt in das aktuelle Projekt sichern, indem Sie die Titelleiste des GerÀts greifen und zum aktuellen Projekt ziehen. Danach können Sie die Dateiverwaltung verwenden, um referenzierte Samples einzusammeln etc.

5.11.3 Kann ich an verschiedenen Versionen meines Sets arbeiten?

Wenn Sie an mehreren Versionen eines Live Set arbeiten wollen, dann sichern Sie diese einfach in das gleiche Projekt. Dies wird ĂŒblicherweise das Projekt sein, das Sie mit der ersten Version des Live Sets erzeugt haben. EnthĂ€lt ein Projekt mehrere Live Sets, wird es nur eine Kopie der Samples einsammeln, die von den unterschiedlichen Versionen verwendet werden. Dies kann Festplattenplatz sparen und die Organisation vereinfachen.

5.11.4 Wohin soll ich meine Live Sets sichern?

Sie können Ihre Live Sets an beliebigen Orten sichern. Das Sichern in bestehende Projekte kann jedoch Probleme bereiten und sollte nur in speziellen FÀllen erfolgen. Entsprechend sollten Sie Live Set nur in ein bestehendes Projekt sichern, wenn sie einen Bezug zu diesem Projekt haben - zum Beispiel alternative Versionen eines Songs, der sich bereits in dem Projekt befindet.

5.11.5 Kann ich meine eigene Ordner-Struktur innerhalb eines Projekt-Ordners verwenden?

Sie können Ihre Dateien in einem Projekt verwalten wie Sie wollen, aber Sie mĂŒssen die Dateiverwaltung verwenden, um die verschobenen Dateien wieder mit dem Projekt zu verknĂŒpfen:

  1. 1) Reorganisieren Sie die Dateien und Ordner des Projekts in Lives Browser oder ĂŒber Ihr Betriebssystem.
  2. Navigieren Sie im Browser zum Projekt-Ordner und wĂ€hlen Sie Projekt verwalten aus dem KontextmenĂŒ.
  3. 3) Sollten Sie den Speicherort von im Projekt verwendeten Samples geÀndert haben, wird dies im Fehlende-Samples-Bereich der Dateiverwaltung angezeigt. Klicken Sie auf den Lokalisieren-Taster, um die Samples zu suchen.
  4. 4) Da Sie wissen, dass sich die Samples alle im Projekt-Ordner befinden, klappen Sie die automatische Suche aus. Aktivieren Sie dort die Optionen Suche im Projekt und Ordner erneut scannen. Klicken Sie dann auf Go, um die Suche zu starten.
  5. 5) Ist die Suche abgeschlossen, klicken Sie unten im Dateiverwaltungsfenster auf Sammeln und sichern, um das Projekt zu aktualisieren.