23. Das Arbeiten mit Instrumenten und Effekten
Jede Spur in Live kann mehrere GerÀte benutzen. Von diesen GerÀten gibt es drei verschiedene Arten:
- MIDI-Effekte bearbeiten MIDI-Signale und können nur in MIDI-Spuren geladen werden.
- Audio-Effekte wirken auf Audiosignale und können in Audiospuren, Returnspuren und der Main-Spur platziert werden. Man kann sie auch in MIDI-Spuren einsetzen, aber nur wenn sie hinter einem Instrument liegen.
- Instrumente empfangen MIDI-Daten und geben Audio aus; sie können in MIDI-Spuren geladen werden.
Schlage in den Referenzteilen zu Lives Audio-Effekten, Lives MIDI-Effekten oder Lives Instrumenten nach, um mehr ĂŒber ein bestimmtes Device zu erfahren und wie man es einsetzt.
Wie man Instrumente und Effekte zu Racks bĂŒndelt und verwendet, ist Gegenstand des Kapitels ĂŒber Instrument-, Drum- und Effekt-Racks.
Auf die Spur-Typen in Live geht das Kapitel ĂŒber die Ein- und AusgĂ€nge und das Routing nĂ€her ein, wo auch erlĂ€utert wird, wie sich mithilfe von Return-Spuren ein Effektsignal von mehreren Spuren aus nutzen lĂ€sst.
Du kannst an Devices âHand anlegenâ, indem du ihre Parameter per zugeordnetem MIDI-Controller oder der Tastatur fernsteuerst.
23.1 Device-Ansicht
Devices werden in der Device-Ansicht der ausgewĂ€hlten Spur eingefĂŒgt, angezeigt und bedient. Klicke doppelt auf die Titelleiste einer Spur, um ihre Devices in der Device-Ansicht am unteren Rand von Lives Fenster zu sehen.

StandardmĂ€Ăig lĂ€sst sich entweder die Device- oder die Clip-Ansicht nutzen, je nachdem, ob ein Device oder ein Clip im Fokus ist. Möchtest du Device-Parameter einstellen und Noten oder Samples bearbeiten, ohne zwischen den Ansichten zu wechseln, stapele die Clip- ĂŒber die Device-Ansicht.

Mit den Kippschaltern neben den Wahlfeldern fĂŒr Clip- und Device-Ansicht rechts unten in Lives Fenster kannst du beide Ansichten ausklappen.

Nutze zum Ein-/Ausblenden alternativ auch die KĂŒrzel StrgAlt3 (Win) / CmdOption3 (Mac) fĂŒr die Clip-Ansicht und StrgAlt4 (Win) / CmdOption4 (Mac) fĂŒr die Device-Ansicht.
Um Platz in der Device-Ansicht zu sparen, kann ein Device per Doppelklick auf seine Titelleiste oder mit dem Befehl Einklappen aus dem Titelleisten-KontextmenĂŒ eingeklappt werden.

23.2 Devices verwenden
Lives Devices sind im Browser zugĂ€nglich. Die Seitenleiste des Browsers enthĂ€lt Labels fĂŒr integrierte Devices, Max for Live-Devices und Plugins von Drittanbietern.

Am einfachsten lĂ€sst sich ein Device per Doppelklick im Browser in eine Spur laden. Damit wird es der ausgewĂ€hlten Spur hinzugefĂŒgt oder, falls keine Spur ausgewĂ€hlt ist, eine neue mit dem Device erstellt. Alternativ kannst du eine bestehende Spur durch Anklicken selektieren, ein Device im Browser auswĂ€hlen und dann mit Enter in die betreffende Spur einfĂŒgen.
Sie können GerÀte auch in Spuren, auf die freie FlÀche neben den Spuren in der Session- und Arrangement-Ansicht oder in die GerÀte-Ansicht ziehen. Ziehen Sie ein Sample in die GerÀte-Ansicht einer MIDI-Spur, wird automatisch ein Simpler-Instrument mit diesem Sample erzeugt.
Möchtest du eine Spur in Live mit einem externen Eingangssignal speisen, muss in der Standardeinstellung Auto-Monitoring im Mixer die Spur-Taste fĂŒr Aufnahmebereitschaft aktiviert sein, damit das Eingangssignal durch die Devices in der Spur-GerĂ€tekette zu hören ist. Bei MIDI-Spuren wird dieser Schalter beim EinfĂŒgen eines Instruments automatisch aktiviert.

Auf diese Weise wĂŒrden Sie beispielsweise Live-Instrumente durch die Effekte eines Tracks oder ein integriertes Instrument in einem Track mit Hilfe eines MIDI-Keyboards spielen. Von diesem Setup aus kannst du ganz einfach zur Aufnahme neuer Clips wechseln, um diese im Set weiterzuverwenden. Wie du das Abhören deinen Vorlieben anpasst, beschreibt der Abschnitt ĂŒber die Monitoring-Sektion.
Um ein weiteres GerĂ€t auf der Spur hinzuzufĂŒgen, ziehen Sie es einfach dorthin oder doppelklicken auf seinen Namen, um es am Ende der GerĂ€te-Kette einzufĂŒgen. Die Signale in einer GerĂ€tekette wandern immer von links nach rechts.
Sie können Audio-Effekte an jede Position innerhalb der GerĂ€tekette in einer Audio-Spur ziehen, wobei Sie im Hinterkopf behalten sollten, dass die Reihenfolge der Effekte den entstehenden Klang prĂ€gt. Entsprechendes gilt fĂŒr die GerĂ€tekette in einer MIDI-Spur.
Ziehst du ein Instrument in die Device-Kette einer MIDI-Spur, solltest du bedenken, dass die dem Instrument folgenden Signale (rechts davon) Audiosignale sind, auf die nur Audio-Effekte angewendet werden können. Signale vor dem Instrument (links davon) sind MIDI-Signale, auf die nur MIDI-Effekte angewendet werden können. Das bedeutet, dass die GerĂ€tekette einer MIDI-Spur alle drei GerĂ€tetypen enthalten kann: zuerst MIDI-Effekte, dann ein Instrument und schlieĂlich Audio-Effekte.

Ein Device lĂ€sst sich aus der Kette entfernen per Klick in seine Titelzeile und RĂŒcktasteoder Entf auf der Rechnertastatur, bzw. mit dem Befehl Löschen aus dem Bearbeiten-MenĂŒ. Um die Reihenfolge der GerĂ€te zu Ă€ndern, ziehen Sie ein GerĂ€t an seiner Titelleiste und lassen es neben einem der anderen GerĂ€te in der GerĂ€te-Ansicht wieder los. GerĂ€te können auch vollstĂ€ndig auf andere Spuren verschoben werden, indem man sie aus der GerĂ€te-Ansicht in die Session- oder Arrangement-Ansicht zieht.
Befehle im Bearbeiten-MenĂŒ wie Ausschneiden, Kopieren, Einsetzen und Duplizieren können auch mit Devices genutzt werden. Die einzusetzenden GerĂ€te werden vor einem selektierten GerĂ€t eingefĂŒgt. Sie können sie jedoch auch an das Ende einer GerĂ€tekette einsetzen, indem Sie auf den freien Bereich rechts vom letzten GerĂ€t klicken oder die ARROWRIGHT Taste benutzen um die Auswahl dorthin zu bewegen. Beim EinfĂŒgen, Umsortieren und Löschen von Devices wird die Audio-Wiedergabe nicht unterbrochen.
GerĂ€te in Lives Spuren besitzen Pegelanzeigen fĂŒr Eingang und Ausgang. Diese sind hilfreich beim Auffinden problematischer Devices in der Kette: Pegelanzeigen entlarven leise oder fehlende Signale, so dass die relevanten Device-Einstellungen angepasst oder das GerĂ€t deaktiviert bzw. entfernt werden kann.

Beachten Sie, dass es zwischen den GerĂ€ten keine Ăbersteuerung geben kann, da es eine praktisch unbegrenzte Ăbersteuerungsreserve gibt. Ăbersteuerungen können auftreten, wenn ein zu hoch ausgesteuertes Signal an einen physikalischen Ausgang geschickt oder in eine Sample-Datei geschrieben wird.
Nach dieser BeschĂ€ftigung mit Devices in Live könnte dich auch das Thema Clip-HĂŒllkurven interessieren, mit denen einzelne GerĂ€te-Parameter auf Clip-Basis automatisiert oder moduliert werden können.
23.2.1 Device-Titelzeile
Mit den Steuerelementen der Device-Titelzeile kannst du das Device (de-)aktivieren, Presets speichern und austauschen, Standard-Presets erstellen und das Device-KontextmenĂŒ öffnen.
Bestimmte Steuerelemente der Titelleiste sind nur bei bestimmten Devices verfĂŒgbar, etwa der Schalter fĂŒr SkalensensibilitĂ€t bei Devices, die der Clip-Skala folgen können oder der Lern-Schalter beim Device Chord.
Devices werden mit ihren Ein/Aus-Schaltern aktiviert oder deaktiviert.

Ein Device auszuschalten hat die gleiche Wirkung wie das vorĂŒbergehende Löschen des GerĂ€ts: Das Signal bleibt unbearbeitet und es wird keine Rechenleistung benötigt. Die Devices von Live erzeugen im Allgemeinen keine CPU-Last, wenn sie nicht aktiv sind. Weitere Informationen finden sich im Abschnitt CPU-Auslastung. Das dort erlĂ€uterte Einfrieren von Spuren ist besonders bei der Arbeit mit CPU-intensiven GerĂ€ten sehr nĂŒtzlich.
Einige Devices verfĂŒgen ĂŒber Ansichten, die sich oberhalb der Device-Ansicht ausklappen lassen, etwa die Bereiche VerstĂ€rkungsstufen und Modulationsmatrix in Roar oder das Frequenz-Display in EQ Eight.
Devices mit so einer Ansicht haben eine Pfeil-Taste rechts neben dem Ein/Aus-Schalter. Damit blendest du die Ansicht ein/aus.


Einige Ansichten können auch im Device selbst ausgeklappt werden, zum Beispiel die LFO- und HĂŒllkurvenfolger-Sektionen in Phaser-Flanger. Solche Ansichten werden durch ein Dreieckssymbol in der Device-Titelzeile angezeigt.


Jedes Device verfĂŒgt ĂŒber ein KontextmenĂŒ mit allgemeinen Bearbeitungsbefehlen wie Ausschneiden, Kopieren und Umbenennen. Einige Befehle gelten nur fĂŒr ein bestimmtes Device, wie etwa die Option Mono-Sidechain in Auto Filter.

Ăffne das KontextmenĂŒ per rechtem Mausklick auf die Device-Titelzeile oder mit dem Schalter Optionen anzeigen.

23.2.2 A/B-Vergleich von Devices
Jedes eingebaute Live-Device verfĂŒgt ĂŒber zwei GerĂ€tezustĂ€nde, A und B, mit separaten Parameterwerten. Damit lassen sich vorgenommene Ănderungen beim Erstellen oder Bearbeiten von Presets speichern und vergleichen. Du kannst eine Preset-Konfiguration, die du nicht ĂŒberschreiben möchtest, in einem Device-Status speichern und mit dem anderen weiter experimentieren.

Mithilfe von Device-ZustĂ€nden Parametereinstellungen zu vergleichen, kann auch fĂŒr Dinge wie EQing und Kompression nĂŒtzlich sein, wo kleine Anpassungen einen spĂŒrbaren Unterschied machen können. Probiere leichte ParameterĂ€nderungen aus und höre, wie sie sich auf den Klang auswirken, oder vergleiche Ănderungen mit Standardwerten.
Wenn ein Device zum ersten Mal geladen wird, werden seine Standard-Parameterwerte sowohl fĂŒr A als auch fĂŒr B verwendet. VerĂ€nderst du Parameter, behĂ€lt B die ursprĂŒnglichen Werte bei und alle vorgenommenen Ănderungen gelten nur fĂŒr A.
Um die aktuellen Parameterwerte aus Zustand A nach B zu kopieren, wĂ€hle den Befehl Vergleichen: A nach B kopieren aus dem Bearbeiten-MenĂŒ, dem Device-KontextmenĂŒ oder dem Schalter Optionen anzeigen.

Wechsle vom Device-Zustand A zu B mit dem Befehl Vergleich: Zu B wechseln oder mit der Taste P. Ist der Device-Status B ausgewĂ€hlt, erscheint in der Titelzeile neben dem Device-Namen ein â(B)â.

Die Vergleichen-Befehle sind fĂŒr beide Device-ZustĂ€nde verfĂŒgbar, es bleibt also dir ĂŒberlassen, wie du Parameterwerte in A und B speicherst. Du kannst in einem Device-Zustand die Standardwerte als Referenz beibehalten oder in beiden ZustĂ€nden völlig unterschiedlich klingende Presets erstellen. Beachte dabei, dass diese Befehle nicht fĂŒr Racks, Max for Live-Devices oder Plugins verfĂŒgbar sind.
Da es sich bei A und B um unterschiedliche Device-ZustĂ€nde handelt, wird keinerlei Parameter-Automation, die du in einem Zustand erstellst, mit dem anderen geteilt. Im Zustand A erstellte Parameter-Automationen werden also beim Wechsel zu B deaktiviert und nicht automatisch wieder aktiviert, wenn du zu A zurĂŒckkehrst.

Um eine deaktivierte Parameterautomation wieder zu aktivieren, nutze den Befehl Automatisierung reaktivieren im KontextmenĂŒ des Parameters, wenn der gewĂŒnschte Device-Zustand ausgewĂ€hlt ist.

Dieser Befehl kann in beiden Device-ZustĂ€nden verwendet werden. Beachte dabei, dass Automationen spezifisch fĂŒr A und B erfolgen und daher bei jedem Wechsel vom einen Zustand zum anderen wieder deaktiviert werden.
Nur Parameterwerte aus dem ausgewĂ€hlten Device-Zustand werden kopiert oder dupliziert. Kopierst du beispielsweise ein Device, wĂ€hrend A ausgewĂ€hlt ist, verwendet das neue Device sowohl in A als auch in B die Parameterwerte aus Zustand A des ursprĂŒnglichen GerĂ€ts. Das gilt auch dann, wenn dessen Zustand B andere Werte aufweist.

Entsprechend hierzu werden beim Speichern eines Presets in der User-Library die Parameterwerte des ausgewĂ€hlten Device-Zustands sowohl fĂŒr A als auch fĂŒr B verwendet.
Beachte bitte, dass sich Device-ZustĂ€nde ĂŒber die Live-API mit Max for Live aufrufen lassen.
23.2.3 Preset-Speicher der Live-GerÀte
Live-Devices können ihre Einstellungen als Presets speichern und auch wieder aufrufen. Jedes GerÀt erscheint im Inhaltsfenster des Browsers als Ordner, der geöffnet werden kann und dann die Presets des GerÀts zeigt.

Sie können Presets schnell mit der Rechnertastatur durchblÀttern und laden:
- Scrollen Sie auf und ab mit den Tasten ARROWUP und ARROWDOWN.
- Ăffnen und schlieĂen Sie GerĂ€te-Ordner mit ARROWLEFT und ARROWRIGHT.
- DrĂŒcken Sie Enter, um ein Device oder Preset zu laden.
Ein Druck auf Q oder ein Klick auf den Hot-Swap-Schalter fĂŒr Device-Presets verknĂŒpft vorĂŒbergehend den Browser mit dem Device, wodurch die zugehörigen Presets angezeigt werden. . Durch diese Verbindung von GerĂ€t und Browser können Sie schnell durch die Presets navigieren, beliebige davon vorhören und laden. Im Hot-Swap Modus werden GerĂ€te und Presets automatisch beim AuswĂ€hlen im Browser eingeladen. Um die neutrale Standardeinstellung fĂŒr ein GerĂ€t zu laden, wĂ€hlen Sie den ĂŒbergeordneten Ordner (den mit dem Namen des GerĂ€ts) aus dem GerĂ€te-Browser.
Das BetĂ€tigen von Q aktiviert den Hot-Swap-Modus immer vom zuletzt ausgewĂ€hlten Device einer bestimmten Spur aus. Sollte kein GerĂ€t ausgewĂ€hlt sein, wird Swap fĂŒr den ersten Audio-Effekt (bei Audio-Spuren) bzw. das erste Instrument (bei MIDI-Spuren) aktiviert.

Die Verbindung zwischen Browser und Device wird durch das AnwĂ€hlen einer anderen Ansicht oder durch nochmaliges BetĂ€tigen von Q oder des Hot-Swap-Schalters wieder getrennt. Das Hot-Swapping von Presets lĂ€sst sich auch mit Esc oder der SchlieĂen-Taste in der Hot-Swap-Leiste oben im Browser abbrechen.
Presets aus dem Browser zu importieren ist zwar die empfohlene Methode, sie können jedoch auch direkt aus dem Explorer (Win) / Finder (Mac) in Live gezogen werden.
23.2.4 Presets speichern
Es lÀsst sich eine unbegrenzte Anzahl eigener Presets erzeugen und in der User Library des Browsers sichern.

Klicken Sie auf den Preset-sichern-Taster, um die aktuellen Einstellungen eines GerĂ€ts (ggf. inklusive eigenem Info-Text) als neues Preset zu sichern. Dadurch öffnet sich der Browser, wo man durch DrĂŒcken von Enter den von Live vorgeschlagenen Namen ĂŒbernehmen oder einen eigenen eintippen kann. Mit Esc lĂ€sst sich das Speichern des Presets abbrechen. Indem Sie die Titelleiste eines GerĂ€ts anfassen und an den gewĂŒnschten Ort im Browser ziehen, können Sie Presets auch direkt in einen bestimmten Ordner (zum Beispiel den des aktuellen Projekts) sichern.
Was sich im Browser sonst noch erledigen lÀsst, erlÀutert das Kapitel Verwalten von Dateien und Sets. Wie sich projektspezifische Presets sichern lassen, findet sich im Abschnitt Projekte und Presets.
23.2.5 Standard-Presets
Presets, die in den Defaults-Ordnern der User-Library gesichert sind, werden anstelle der generischen Device-Einstellungen geladen. ZusÀtzlich gibt es auch Defaults-Ordner, mit denen du bestimmen kannst:
- Wie Live auf verschiedene Anwender-Aktionen reagiert, etwa auf das Hineinziehen von Samples, das Slicing oder das Konvertieren von Audio zu MIDI.
- Ob bei neu erzeugten MIDI- und Audio-Spuren bestimmte Devices mitsamt gewĂŒnschter Parameter-Einstellungen geladen werden.
- Dass VST- und Audio-Units-Plug-ins mit bereits konfigurierten Parameter-Anordnungen fĂŒr Lives Plug-in-Bedienfeld laden.

Als Standard-Preset speichern lassen sich die aktuellen Einstellungen eines Live-Devices mit dem KontextmenĂŒ-Befehl âAls Standard-Preset sichernâ in der Device-Titelzeile. Dies funktioniert mit allen Instrumenten, MIDI- und Audio-Effekten von Live, die verschiedenen Rack-Typen inbegriffen. Falls du fĂŒr ein bestimmtes GerĂ€t bereits ein Standard-Preset gesichert hast, fragt Live, ob dieses ĂŒberschrieben werden soll.
Um ein Standard-Konfigurations-Preset fĂŒr ein VST- oder Audio-Unit-Plug-in zu erzeugen:
- Lade das ausgewÀhlte Plug-in auf eine Spur.
- Lege im Konfigurationsmodus des Plug-ins die gewĂŒnschten Parameter fest.
- Ăffne ĂŒber die Titelzeile das KontextmenĂŒ und wĂ€hle âAls Standard-Konfiguration sichernâ.
Sollten sowohl die VST- als auch die Audio-Units-Versionen eines Plug-ins installiert sein, kannst du getrennt fĂŒr jeden Typ unabhĂ€ngige Presets erzeugen. Zu beachten ist, dass Standard-Konfigurations-Presets fĂŒr Plug-ins nicht die Einstellungen der konfigurierten Parameter sichern; es wird lediglich die Parameter-Anordnung in Lives Plug-in-Bedienfeld gesichert.
Um Standard-Presets fĂŒr MIDI- und Audio-Spuren zu erzeugen:
- Lade das/die gewĂŒnschte(n) Device(s) fĂŒr die Standard-Definition einer Spur (oder auch kein Device, wenn die Standardspur leer bleiben soll).
- Stelle die Parameter wie gewĂŒnscht ein.
- Ăffne ĂŒber die Spur-Titelzeile das KontextmenĂŒ und wĂ€hle âAls Standard-Audio/MIDI-Spur sichernâ.
So bestimmst du, wie Live sich verhÀlt, wenn du ein Sample zu einem Drum Rack oder in die GerÀte-Ansicht einer MIDI-Spur ziehst:
- Erzeuge einen leeren Simpler oder Sampler.
- Stelle die Parameter wie gewĂŒnscht ein.
- Ziehe das bearbeitete Device zum Ordner âOn Drum Rackâ oder âOn Device Viewâ, die im Ordner âDefaults/Dropping Samplesâ der User-Library zu finden sind. Standard-Presets von Drum-Rack-Pads können ĂŒber die KontextmenĂŒoption auf dem Drum-Rack-Pad ebenfalls gespeichert werden.
Um zu bestimmen, wie Live sich beim Slicen einer Audiodatei verhÀlt:
- Erzeuge ein leeres Drum-Rack.
- Lade einen leeren Simpler oder Sampler in das Drum-Rack und erzeuge so eine einzelne Kette.
- FĂŒge der Kette die gewĂŒnschten MIDI- oder Audio-Effekte hinzu.
- Stelle die Parameter der Devices wie gewĂŒnscht ein.
- Weise beliebigen Device-Steuerelementen in der Kette Makro-Regler zu.
- Ziehe das gesamte Drum-Rack zum Ordner Defaults/Slicing der User-Library.
Du kannst mehrere Slicing-Presets erzeugen und zwischen diesen im MenĂŒ des Slicing-Dialogs wĂ€hlen.
So erzeugst du Standard-Presets zum Konvertieren von Drums, Harmonien oder Melodien nach MIDI:
- Erzeuge eine MIDI-Spur mit dem Instrument, das du standardmĂ€Ăig fĂŒr einen bestimmten Konvertierungstyp verwenden möchtest. Beachte dabei, dass Standard-Presets zum Konvertieren von Drums ein Drum-Rack enthalten mĂŒssen.
- FĂŒge der Spur die gewĂŒnschten MIDI- oder Audio-Effekte hinzu.
- Stelle die Parameter der Devices wie gewĂŒnscht ein.
- Verwendest du mehrere Devices, gruppiere sie zu einem Rack.
- Ziehe das gesamte Rack in den entsprechenden Ordner unter Defaults/Audio to MIDI in der User-Library.
ZusĂ€tzlich zu diesen ĂŒbergeordneten Standard-Presets kannst du auch Standard-Presets erzeugen, die sich jeweils nur auf ein bestimmtes Projekt beziehen. Dies ist nĂŒtzlich, wenn du z.B. spezielle Device- oder Spur-Konfigurationen in einem bestimmten Set verwenden und von diesem Set Variationen erzeugen möchtest, die ebenfalls Zugriff auf diese Presets haben, ohne dabei jedoch die allgemeinen Standard-Presets zu ĂŒberschreiben, die du in anderen Arbeitssituationen einsetzt. Um projektbezogene Standard-Presets zu erzeugen:
- Erzeuge in deinem Projekt-Ordner den Ordner Defaults zusammen mit allen gewĂŒnschten Unterordnern.
- AbhÀngig davon, mit welcher Art projektbezogenem Standard du arbeiten möchtest, stelle die entsprechenden GerÀte-Parameter, Spur-Einstellungen, etc. ein.
- Sichere nun das Device oder die Spur in den passenden Unterordner des projektbezogenen Standard-Ordners.
Sobald du ein Set aus diesem Projekt lĂ€dst, werden die Standard-Presets, die du im Projekt-Ordner gesichert hast, genutzt, statt der allgemeinen Presets der User-Library. Beachte dabei, dass die KontextmenĂŒ-Optionen zum Sichern von Standard-Presets diese immer in der Haupt-User-Library speichern. Sie können daher nicht zum Sichern von projektbezogenen Standards genutzt werden.
23.3 Plug-ins verwenden
Die Palette der in Live nutzbaren Devices kann durch Plug-ins erweitert werden. Live unterstĂŒtzt sowohl das VST-Plug-in-Format von Steinberg Media als auch das Audio-Units(AU)-Format (nur unter macOS).
- VST2
- VST3
- Audio Units 2
- Audio Units 3 (ab Live 11.2)
Das Arbeiten mit VST- und Audio-Units-Plugins Àhnelt sehr dem Arbeiten mit Lives Devices. VST- und Audio-Unit-Instrumente lassen sich nur in MIDI-Spuren einsetzen und, genau wie Lives Instrumente empfangen sie MIDI und geben Audiosignale aus. Audioeffekt-Plug-ins können nur in Audiospuren oder nach Instrumenten eingesetzt werden. Weitere Einzelheiten finden sich im vorherigen Abschnitt Verwenden der Live-Devices.
Halte beim Ăffnen des Programms Alt (Win) / Option (Mac) gedrĂŒckt, bis der Startbildschirm verschwindet, um das Scannen von Plug-ins beim Start von Live zu ĂŒberspringen. Dies kann bei der Fehlersuche nach AbstĂŒrzen helfen, falls irgendwelche Plug-ins das Problem verursachen.

Audio-Units und VST-Plug-ins werden ĂŒber das Plug-in-Label des Browsers gesucht und geladen. Plug-in-Instrumente können im Browser von Plug-in-Effekten unterschieden werden, da sie ein Tastatursymbol besitzen.
Beachte bitte, dass Plug-in-Presets im Browser nur fĂŒr Audio-Units verfĂŒgbar sind. In manchen FĂ€llen werden die Werks-Presets fĂŒr Audio Units erst dann im Browser sichtbar, wenn das Plug-in in eine Spur eingefĂŒgt und sein Browse-Schalter aktiviert wurde.
Hinweis: Beim ersten Start von Live werden noch keine Plug-ins unter dem Plug-ins-Label des Browsers angezeigt, da deine Plug-in-Quellen zuerst âaktiviertâ werden mĂŒssen. Durch das Aktivieren teilst du Live mit, welche Plug-ins du benutzen willst und wo auf der Festplatte sich diese befinden. Informationen zum Aktivieren (und Deaktivieren) von Plug-in-Quellen finden sich in diesem Kapitel in den Abschnitten ĂŒber den Ordner VST-Plug-in und Audio-Units-Plug-ins.
Anmerkung fĂŒr âIntelÂź-Macâ-Anwender: IntelÂź-Mac-Computer können VST- oder AU-Plug-ins, die fĂŒr die PowerPC-Plattform programmiert wurden, nicht nativ ausfĂŒhren. In Live können daher nur Plug-ins des Typs Universal oder IntelÂź verwendet werden.
Wenn du ein Plug-in (de-)installierst, wĂ€hrend das Programm lĂ€uft, wird Live die Ănderungen erst beim nĂ€chsten Start erkennen und im Plug-in-Browser anzeigen. Mit der SchaltflĂ€che Rescan in den Einstellungen unter Plug-ins kannst du deine Plug-ins jedoch auch neu scannen, wĂ€hrend Live lĂ€uft, so dass neu installierte Plug-ins sofort im Browser verfĂŒgbar werden.
Verwende Rescan auch, wenn du den Verdacht hast, dass deine Plug-in-Datenbank irgendwie beschĂ€digt wurde. HĂ€ltst du Alt (Win) / Option (Mac) beim Anklicken von Rescan gedrĂŒckt, wird die Plug-in-Datenbank gelöscht und es erfolgt ein komplett neuer Scan deiner gesamten Plug-ins.
23.3.1 Plug-ins in der GerÀte-Ansicht

Sobald ein Plug-in aus dem Browser auf eine Spur gezogen wird, erscheint es in der GerÀte-Ansicht. Bei Plug-ins mit bis zu 64 einstellbaren Parametern werden in Lives Plug-in-Bedienfeld alle Parameter bereits zugeordnet als horizontale Regler angezeigt. Plug-ins mit mehr als 64 Parametern öffnen mit einem leeren, frei konfigurierbaren Bedienfeld, womit nur die Parameter angezeigt werden, auf die du zugreifen möchtest. Die eigene BenutzeroberflÀche des Plug-ins kann in einem separaten Fenster geöffnet werden.

Du kannst die Plug-in-Parameter anzeigen oder verbergen, indem du den Schalter
in der Titelzeile des Plug-ins anklickst.
Das X-Y-Bedienelement kann verwendet werden, um zwei Plug-in-Parameter gleichzeitig zu steuern und ist deswegen besonders fĂŒr Live-Anwendungen nĂŒtzlich. Mit den beiden darunter liegenden MenĂŒs lassen sich dem X/Y-Bedienelement zwei beliebige Plug-in-Parameter zuweisen.
23.3.1.1 Plug-in-OberflÀchen in separaten Fenstern anzeigen

Durch Anklicken der Taste Plug-in-Fenster zeigen/verbergen öffnet ein frei schwebendes Fenster, das die grafische OberflĂ€che des VST- oder Audio-Units-Plug-Ins darstellt. Das Ăndern von Parametern in der grafischen OberflĂ€che entspricht dem Ăndern von Parametern in Lives Plug-in-Bedienfeld und umgekehrt.
Es gibt einige Plug-in-Einstellungen, die fĂŒr das Arbeiten mit Plug-in-Fenstern wichtig sind:
- Wenn aktiviert, sorgt die Option Plug-In-Fenster öffnen beim EinfĂŒgen eines Plug-ins aus dem Browser in eine Spur dafĂŒr, dass das Fenster des Plug-ins automatisch geöffnet wird.
- Ist die Option Mehrere Plug-in-Fenster in den Plug-in-Einstellungen aktiviert, lĂ€sst sich eine beliebige Anzahl von Plug-in-Fenstern gleichzeitig öffnen. Auch wenn diese Option ausgeschaltet ist, kannst du durch DrĂŒcken der Taste Strg (Win) / Cmd (Mac) ein neues Fenster öffnen, ohne das vorherige gleichzeitig zu schlieĂen.
- Mit der Einstellung Plug-in-Fenster verbergen zeigt Live nur die Plug-ins der gerade selektierten Spur an.
Mit dem Befehl Plug-In-Fenster im Ansicht-MenĂŒ oder der Tastenkombination StrgAltP (Win) / CmdOptionP (Mac) blendest du deine geöffneten Plug-In-Fenster ein oder aus. Beachte dabei, dass der Name der Spur, zu der das Plug-in gehört, in der Titelzeile des Plug-in-Fensters angezeigt wird.
23.3.1.2 Der Konfigurations-Modus fĂŒr Plug-ins

Der Konfigurations-Modus ermöglicht Ihnen Lives eigenes Bedienfeld fĂŒr Plug-ins individuell anzupassen, sodass nur Plug-in-Parameter angezeigt werden, auf die Sie zugreifen möchten. Um dies zu machen:
- Aktivieren Sie den Konfigurations-Modus durch Klick auf den "Configure"-Schalter in der Titelzeile des GerÀts.
- Klicken Sie auf einen Parameter im Plug-in-Fenster, um ihn Lives Plug-in-Bedienfeld hinzuzufĂŒgen. Bei manchen Plug-ins ist eine Werte-Ănderung des gewĂŒnschten Parameters erforderlich, um ihn auszuwĂ€hlen. Ferner werden bei bestimmten Plug-ins nicht alle Parameter des Plug-ins an Live ĂŒbermittelt. Solche Parameter können Lives Plug-in-Bedienfeld nicht hinzugefĂŒgt werden.
Im Konfigurations-Modus lassen sich die angezeigten Parameter auf Lives Plug-in-Bedienfeld durch Ziehen und Loslassen auf eine andere Position neu anordnen oder verschieben. Parameter können mit der Taste Entf gelöscht werden. Sobald Sie versuchen einen Parameter zu löschen, fĂŒr den bereits Automations-Daten, Clip-HĂŒllkurven oder MIDI-, Tastatur- oder Makro-Zuweisungen bestehen, gibt Live vor dem Löschen eine Warnmeldung aus.
Die Zuordnungen gelten unabhĂ€ngig fĂŒr jede Plug-in-Instanz in Ihrem Set und werden zusammen mit dem Set abgespeichert. Soll eine bestimmte Parameter-Konfiguration als Preset gesichert werden, kann ein neues Rack erzeugt werden, das die Plug-ins mit den gewĂŒnschten Parameter-Zuordnungen enthĂ€lt. Diese Racks können dann in Ihre User-Library gesichert und in anderen Sets wieder eingeladen werden. Auch bestimmte Parameterkonfigurationen lassen sich als Standard-Preset speichern.
Einige Plug-ins besitzen keine eigene GrafikoberflĂ€che. Die Parameter dieser Plug-ins werden ausschlieĂlich in Lives Plug-in-Bedienfeld angezeigt. Bei solchen Plug-Ins können Parameter im Konfigurations-Modus nicht gelöscht werden (es ist jedoch noch möglich, sie zu verschieben und neu anzuordnen).
Es gibt mehrere Möglichkeiten Lives Plug-in-Bedienfeld Parameter hinzuzufĂŒgen, ohne den Konfigurationsmodus zu aktivieren:
- Eine ParameterĂ€nderung im Original-Plug-in-Fenster erzeugt einen vorĂŒbergehenden Eintrag fĂŒr diesen Parameter in den WahlmenĂŒs der Clip-HĂŒllkurve und der Automation, sowie den MenĂŒs fĂŒr das X/Y-Element in Lives Plug-in-Bedienfeld. Diese EintrĂ€ge werden entfernt, sobald Sie einen anderen Parameter einstellen. Um den Eintrag festzulegen (und somit Lives Plugin-Bedienfeld hinzuzufĂŒgen), Ă€ndere die Automations- oder Clip-HĂŒllkurve des Parameters, wĂ€hle einen anderen Parameter im WahlmenĂŒ der Automations- oder Clip-HĂŒllkurve oder wĂ€hle den vorĂŒbergehenden Parameter in einem der WahlmenĂŒs des X-Y-Elements aus.
- Wird ein Parameter im Plug-in-Fenster bei laufender Aufnahme geĂ€ndert, wird fĂŒr diesen Parameter Automation aufgezeichnet. Nach dem Stoppen der Aufnahme, werden die automatisierten Parameter zu Lives Plug-in-Bedienfeld automatisch hinzugefĂŒgt und zwar fĂŒr alle Plug-ins, bei denen eine ParameterĂ€nderung vorgenommen wurde.
- Sind die MIDI-, Tastatur- oder Makro-Zuweisungen aktiviert, erzeugt eine ParameterÀnderung im Original-Plug-in-Fenster diesen Parameter in Lives Plug-in-Bedienfeld. Der neue Parameter wird automatisch selektiert und ermöglicht Ihnen somit die sofortige Zuweisung.
Sobald ein Plug-in auf eine Spur eingefĂŒgt wurde und Sie (optional) seine Parameter in Lives Plug-in-Bedienfeld konfiguriert haben, kann es genau wie ein natives Live-GerĂ€t eingesetzt werden:
- Sie können allen Parametern von Lives Plug-in-Bedienfeld MIDI-Controller-Meldungen zuweisen.
- Sie können es an andere Positionen der GerĂ€te-Kette oder auf andere Spuren ziehen (entsprechend den Vorgaben fĂŒr Audio-Effekte und -Instrumente).
- Sie können seine regelbaren Parameter mit Clip-HĂŒllkurven automatisieren oder modulieren.
- Sie können die EinzeleingÀnge und -ausgÀnge entsprechender Plug-ins als Quellen oder Ziele beim Signal-Routing zwischen den Spuren verwenden. Weitere Einzelheiten finden sich im Kapitel Routing, EingÀnge und AusgÀnge.
- Sie können einen eigenen Info-Text fĂŒr das Plug-in eingeben.
23.3.2 Sidechain-Parameter
Normalerweise ist das zu bearbeitende Signal mit dem Eingangssignal, das die Bearbeitung im Plug-in-GerĂ€t triggert, identisch. Mittels Sidechaining ist es jedoch möglich, ein Signal abhĂ€ngig von dem Pegel eines anderen Signals zu bearbeiten. Bei Plug-in GerĂ€ten, die Sidechaining unterstĂŒtzen, können Sie auf die Sidechain-Parameter auf der linken Seite des GerĂ€ts zugreifen.

Die MenĂŒs erlauben Ihnen jeden beliebigen von Lives internen Routingpunkten zu wĂ€hlen. Die so gewĂ€hlte Signalquelle arbeitet nun anstelle des tatsĂ€chlich bearbeiteten Signals als Auslöser fĂŒr das Processing.
Der Gain-Regler bestimmt den Pegel des externen Sidechain-Eingangssignals; der Mix-Regler ermöglicht es Ihnen, eine Kombination aus dem externen Sidechain-Eingangssignal und dem Originalsignal als Trigger zu wĂ€hlen. Steht Mix auf 100%, wird das GerĂ€t ausschlieĂlich von der Sidechain-Signalquelle getriggert. Bei 0% wird das Sidechain-Signal gar nicht genutzt. Beachten Sie, dass ein Erhöhen von Gain nicht zu einer Erhöhung der LautstĂ€rke des Originalsignals im Mix fĂŒhrt. Das Sidechain-Signal dient ausschlieĂlich zum Triggern fĂŒr das GerĂ€t und ist selbst nie hörbar.
Die Mute-Taste ermöglicht Ihnen nur den Ausgang des Plug-ins zu hören, wodurch der Eingang der Sidechain-Quelle stumm geschaltet wird.
23.4 VST-Plug-Ins
23.4.1 VST Plug-in Ordner
Wenn Sie Live zum ersten Mal starten, mĂŒssen Sie zuerst Ihre VST-Plug-in-Quellen aktivieren, bevor Sie mit VST-Plug-ins arbeiten können. AbhĂ€ngig von Ihrer Rechnerplattform, werden Sie Live eventuell auch den Speicherort des VST-Plug-in-Ordners mitteilen mĂŒssen, dessen Plug-ins Sie verwenden wollen. Klicken Sie zum Aktivieren Ihrer Plug-In-Quellen den Activate-Taster im Label Plug-ins des Browsers oder rufen Sie die Plug-ins-Einstellungen durch DrĂŒcken von Strg, (Win) / Cmd, (Mac) auf. Dort finden Sie den Abschnitt Plug-in-Quellen.

Unter Windows gehen Sie wie folgt vor:
- Verwenden Sie den Eintrag fĂŒr den VST-User-Ordner, um Live den Speicherort Ihrer VST-Plug-Ins mitzuteilen: Klicken Sie auf die SchaltflĂ€che WĂ€hlen, woraufhin sich eine Dateiauswahlbox öffnet, mit der Sie den gewĂŒnschten Ordner lokalisieren und auswĂ€hlen können.
- Nachdem Sie einen eigenen VST-Ordner ausgewÀhlt und Live diesen gescannt hat, wird der Pfad angezeigt. Beachte dabei, dass Live unter Windows möglicherweise ohne die Notwendigkeit zu Browsen einen Pfad in der Registry gefunden hat.
- Vergewissern Sie sich, dass die Option zum Verwenden des eigenen VST-User-Ordners auf "An" gestellt ist, damit Ihr ausgewĂ€hlter Ordner als aktive Quelle fĂŒr VST-Plug-ins in Live zur VerfĂŒgung steht. Beachten Sie, dass Sie sich entscheiden können Ihre VST-Plug-ins nicht in Live zu benutzen, indem Sie die Option zum Verwenden des VST-User-Ordners deaktivieren.

Um VST-Plug-in-Quellen unter macOS einzurichten, gehen Sie wie folgt vor:
- Ihre VST-Plug-ins werden normalerweise im folgenden Ordner Ihrer ĂŒbergeordneten und lokalen Verzeichnisstruktur abgelegt: /Library/Audio/Plug-ins/VST. Mit der Option VST-Systemordner verwenden können Sie die Nutzung dieser Plug-ins in Live wahlweise aktivieren oder deaktivieren.
- Sie haben möglicherweise einen alternativen Ordner fĂŒr VST-Plug-ins (vielleicht fĂŒr solche, die Sie nur in Live verwenden). Die VST-Plug-ins in diesem Ordner können Sie zusĂ€tzlich zu oder statt denen in den System-Ordnern verwenden. Um Live den Speicherort dieses Ordners mitzuteilen, klicken Sie auf die WĂ€hlen-Taste neben dem Eintrag fĂŒr den eigenen VST-User-Ordner und wĂ€hlen mit der erscheinenden Dateiauswahlbox den gewĂŒnschten Ordner aus.
- Beachten Sie, dass Sie Ihre VST-Plug-ins in diesem Ordner ausschalten können, indem Sie die Option VST-User-Ordner verwenden deaktivieren.
Nachdem Sie Ihre Plug-ins-Einstellungen konfiguriert haben, zeigt der Browser alle in den von Ihnen gewÀhlten VST-Plug-in Ordnern (und eventuellen Unterordnern) gefundenen Plug-ins an.
Es ist auch möglich, VST-Plug-ins zu verwenden, die in unterschiedlichen Ordnern auf Ihrem Rechner abgelegt sind. Um das zu tun, erzeugen Sie unter macOS oder Windows Aliase (VerknĂŒpfungen) von den Ordnern mit zusĂ€tzlichen VST-Plug-ins und legen diese in den eigenen VST-User-Ordner (oder in den System-Ordner fĂŒr VST-Plug-ins unter macOS), der in Lives Plug-ins-Einstellungen ausgewĂ€hlt ist. Ein Alias kann auch auf andere Partitionen oder Festplatten Ihres Rechners verweisen. Live wird den gewĂ€hlten VST-Plug-in-Ordner ebenso wie alle darin enthaltene Alias-Ordner nach Plug-ins scannen.
Manche VST-Plug-ins sind fehlerhaft oder inkompatibel mit Live. WĂ€hrend des Scanning-Vorgangs bringen sie das Programm eventuell zum Absturz. Beim Neustart von Live erscheint dann eine Dialogbox, die darĂŒber informiert, welches Plugin das Problem verursacht hat. Je nachdem, was Live beim Plug-in feststellt, erscheint die Option, einen weiteren Scan durchzufĂŒhren oder das problematische Plug-in auszuschlieĂen. Wenn Sie sich fĂŒr nochmaliges Scannen entscheiden und das Plug-in Live noch mal zum AbstĂŒrzen bringt, wird es automatisch von der Verwendung im Programm ausgeschlossen. Das bedeutet, dass es nicht im Plug-in-Browser erscheint und erst nach einer erneuten Installation auch erneut gescannt wird.
23.4.2 VST-Presets und -BĂ€nke
Jede Instanz eines VST-Plug-Ins âbesitztâ eine eigene Bank von Presets. Ein Preset enthĂ€lt alle Werte fĂŒr alle Plug-in-Bedienelemente und Parameter.
Verwende das Flip-MenĂŒ unterhalb der Titelzeile, um ein Preset aus der Bank auszuwĂ€hlen. Die Anzahl von Presets in einer Bank ist festgelegt. Du arbeitest immer âinâ dem gerade gewĂ€hlten Preset, deswegen werden alle Ănderungen an den Bedienelementen des Plug-ins Teil des gewĂ€hlten Programms.

Beachte dabei, dass sich VST-Presets von Lives Device-Presets unterscheiden: WĂ€hrend die Presets von Lives Effekten fĂŒr alle Instanzen und Live-Sets zur VerfĂŒgung stehen, âgehörenâ VST-Presets zur spezifischen Instanz des VST-Plug-Ins.
Um das aktuelle Preset umzubenennen, wĂ€hle den Befehl âPlug-In-Preset umbenennenâ im KontextmenĂŒ der Titelzeile des VST-GerĂ€ts. Tippe dann einen neuen Namen ein und bestĂ€tige mit der Taste Enter.

VST-Presets und -BĂ€nke können aus Dateien importiert werden. Durch Klick auf die Taste âVST-Preset oder Bank ladenâ eines VSTs öffnet sich ein Standard-Dialog zum Laden von Dateien, mit dem du die gewĂŒnschte Datei auffinden kannst.

Nur unter Windows: Bitte wÀhle mit dem Dateityp-Filter im Windows-Dialogfenster, ob du nach VST-Presets (VST-Programm-Dateien) oder VST-BÀnken (VST-Bank-Dateien) suchst.
Um das aktuell gewĂ€hlte Preset als Datei zu sichern, klicke auf den Taster VST-Preset oder Bank sichern. Es erscheint ein Standarddialog zum Speichern; wĂ€hle dort âVST-Presetâ aus dem Format-MenĂŒ (Mac) / Dateityp-MenĂŒ (Windows) und dann den gewĂŒnschten Ordner und Namen. Um eine komplette Bank zu sichern, verfahre genauso, wĂ€hle jedoch âVST-Bankâ als Dateiyp/Format.
23.5 Audio-Units Plug-ins
Audio-Units-Plug-Ins sind nur unter macOS erhÀltlich. Sie verhalten sich in fast jeder Hinsicht wie VST-Plug-ins.

Beim ersten Start von Live sind noch keine Audio-Units-Plug-Ins im Browser sichtbar. Klicken Sie zum Aktivieren Ihrer Audio Units den Activate-Taster im Label Plug-ins des Browsers oder rufen Sie die Plug-ins-Einstellungen durch DrĂŒcken von Strg, (Win) / Cmd, (Mac) auf. Dort finden Sie den Abschnitt Plug-in-Quellen. Das Einschalten der Option Audio Units verwenden aktiviert die Audio-Units-Plug-ins und lĂ€sst sie in Lives Browser sichtbar werden.
Beachten Sie, dass Sie diese Option spÀter auch wieder deaktivieren können, falls Sie keine Audio Units verwenden wollen.

Manche Audio-Units-Plug-ins haben eine Funktion, die es ermöglicht unterschiedliche Betriebsarten fĂŒr das Plug-in auszuwĂ€hlen. So können Sie beispielsweise bei einem Hall-Plug-in unterschiedliche QualitĂ€tsstufen fĂŒr die Hallerzeugung wĂ€hlen. Das MenĂŒ oder die Regler fĂŒr solche Einstellungen stehen nur auf der Original-Plug-In-OberflĂ€che zur VerfĂŒgung, auf die Sie durch Anklicken der Taste Plug-In-Fenster-zeigen/verbergen Zugriff erhalten.

Audio Units besitzen Presets, die genau wie die der Live-Effekte gehandhabt werden. Manche AU-Presets können jedoch nicht an andere Positionen im Browser gezogen werden, da sie "read-only" Status haben und nur gelesen werden können.
Audio-Units-Presets haben als Dateiendung AUPRESET und werden unter dem Namen ihres Herstellers im folgenden Verzeichnis abgespeichert:
(Home)/Library/Audio/Presets/(Hersteller-Name)/(Plug-in-Name)
23.6 Latenzkompensation
Live kompensiert automatisch Verzögerungen, die durch Live- und Plug-in-Instrumente und -Effekte entstehen, einschlieĂlich solcher von GerĂ€ten in Return-Spuren. Solche Verzögerungen (Latenzen) entstehen durch die Dauer, die ein GerĂ€t braucht, um ein Eingangssignal zu bearbeiten und das Ergebnis wieder auszugeben. Der Kompensations-Algorithmus hĂ€lt alle Spuren von Live synchron und minimiert gleichzeitig die Verzögerung zwischen den Aktionen des Anwenders und dem hörbaren Ergebnis.
Die Latenzkompensation fĂŒr GerĂ€te ist standardmĂ€Ăig an und muss im Normalfall in keiner Weise justiert werden. Um die Latenzkompensation manuell einzuschalten (oder auszuschalten) verwenden Sie die Option "Latenzkompensation" im Optionen-MenĂŒ.
Ist die Latenzkompensation eingeschaltet, wird die Option "Reduzierte Latenz beim Abhören" im Optionen-MenĂŒ verfĂŒgbara. Diese Option schaltet die Latenzkompensation fĂŒr Spuren mit aktivem Eingangs-Monitoring ein/aus. Wenn aktiviert, haben Spuren mit aktivem Eingangs-Monitoring die geringstmögliche Latenz, laufen jedoch eventuell zu anderen Spuren in Ihrem Set nicht synchron, wie z.B. Return-Spuren, die weiterhin latenzkompensiert sind. Wenn deaktiviert, sind alle Spuren synchron, jedoch haben Spuren mit aktivem Eingangs-Monitoring eventuell eine höhere Latenz.
Tempo-synchrone Effekte und andere GerÀte, die Timing-Informationen von Lives interner Clock erhalten, erklingen eventuell nicht synchron, wenn sie in einer GerÀte-Kette hinter GerÀte gesetzt werden, die Verzögerungen verursachen.
Ungewöhnlich lange Spur-Delays oder durch Plug-ins verursachte Latenzen können zu einer merklichen TrĂ€gheit der Software fĂŒhren. Treten beim Spielen von Instrumenten oder beim Aufnehmen latenzbedingte Schwierigkeiten auf, wirst du die Latenzkompensation möglicherweise deaktivieren wollen, obwohl das normalerweise nicht zu empfehlen ist. Beachten Sie jedoch, dass die Spur-Delay-Parameter nicht verfĂŒgbar sind, wenn die Latenzkompensation ausgeschaltet ist.
Beachten Sie, dass die Latenzkompensation in AbhÀngigkeit der Spur- und GerÀte-Anzahl die CPU-Last erhöhen kann.